Die Zahl der Priesterweihen in Österreich ist weiter rückläufig. Heuer haben sich bundesweit nur neunzehn Männer zu Priestern weihen lassen – noch weniger als in den Vorjahren. Wie orf.at berichtet, zeigt sich der Mangel besonders in Oberösterreich deutlich: Kein einziger der neuen Priester wird künftig in den heimischen Pfarren tätig sein.
Die Folge: Immer weniger Priester betreuen immer mehr katholische Pfarrgemeinden. "Das ist auch für die Menschen eine Herausforderung. Einmal ist der Priester da, einmal der", schildert Pfarrer Franz Wöckinger, der nun fünfzehn Gemeinden der neu geschaffenen Großpfarre Steyr betreut.
"Manche genießen vielleicht die Abwechslung. Andere hätten doch gerne Beständigkeit.“, so Wöckinger weiter. Für ihn entstehe oft der Eindruck, nicht mehr in einer festen Kirche Pfarrer zu sein, sondern vielmehr als Gast in den verschiedenen Gemeinden zu wirken.
Dass trotzdem noch viele Pfarrgemeinden von Priestern betreut werden können, liegt zu großen Teilen an Männern wie Nichodemus Okoye. Er stammt aus Nigeria, kam 2018 nach Österreich und schloss in Linz seine Priesterausbildung ab.
Gegenüber orf.at gab Okoye an, es sei schon immer sein Traum gewesen, Priester zu sein. Und: "Wenn man Priester sein möchte, gehört auch die Bereitschaft dazu, überall zu wirken, wo man gebraucht wird." Seit einem Jahr betreut Okoye die Pfarrgemeinden Wolfern, Maria Laah und Dietach.
Auch Ehrenamtliche übernehmen zunehmend wichtige Aufgaben. So übernehmen häufig die Menschen vor Ort in sogenannten Seelsorgeteams die Leitung der Pfarrgemeinden. Priester Nichodemus Okoye sieht das positiv: "Ich kann nicht überall sein, und so freue ich mich, dass es Menschen gibt, die bereit sind zu helfen.“
Die neue Realität in den Pfarren zeigt: Wo hauptamtliche Seelsorger fehlen, übernehmen Ehrenamtliche mehr Verantwortung - das prägt das kirchliche Leben vor Ort maßgeblich mit.