Rekordfrau Mayer im Talk

Profi-Tipp für Marathon: "Keine Eierspeis vor dem Lauf"

Julia Mayer ist über die Marathon-Distanz die schnellste Frau Österreichs. Im "Heute"-Talk verrät sie, was Hobby-Athleten tun und lassen sollen.
Erich Elsigan
16.04.2026, 07:04
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Wie läuft man einen Marathon? Julia Mayer kennt die Antwort. Die 33-jährige Niederösterreicherin hält den rot-weiß-roten Rekord (2:26:08 Stunden), am Sonntag in Wien ist sie Zaungast. Im "Heute"-Talk verrät die amtierende Staatsmeisterin, wie eine schnelle Zeit gelingt.

Tempo: "Unbedingt mit Uhr laufen. Ich bin lieber barfuß als ohne meiner Garmin unterwegs. Ich bin ein echter Daten-Monk. Das Wichtigste ist, sich an die trainierten Kilometer-Splits zu halten. Es ist fatal, zu schnell wegzulaufen, ich spreche aus Erfahrung. In Linz gab es zuletzt Momente, in denen ich mir gedacht habe: Julia, jetzt gehst du lieber runter vom Gas. Ich würde den Menschen empfehlen, zu bremsen, wenn es nötig ist. Und wenn man gut unterwegs ist, bekommt man Selbstvertrauen und Sicherheit."

Rennwoche: "Nur nicht zu viel trainieren in den letzten Tagen. Genug schlafen, Beine hochlegen, gut essen, nichts Verrücktes machen."

Ernährung: "Wichtig ist der Zeitabstand – man sollte drei bis vier Stunden vor dem Start frühstücken. Der Magen wird es danken. Haltet es simpel: Haferflocken, Semmel mit Marmelade, eine Banane. Nur nicht auf die Idee kommen, kurz vor dem Rennen eine Eierspeise zu machen."

Schuhe: "Sie sollten nicht komplett neu sein, sondern gut eingelaufen, sonst bekommt man Blasen. Ein leichter Schuh ist von Vorteil. Es macht bei der Distanz viel aus, ob man 200 Gramm mehr oder weniger mitschleppen muss."

Österreichs Rekordhalterin Julia Mayer lief am 12. April in Linz, ist beim Vienna City Marathon daher nicht als aktive Athletin im Einsatz. Dafür als Garmin-Testimonial. Die Top-Läuferin ist bereits am Samstag in der Vienna Sports World in der Marx Halle zu Gast, wird um 13 Uhr mit allen Freiwilligen im benachbarten Robert-Hochner-Park einen "Shakeout Run" über fünf Kilometer bestreiten. Autogramm-Session inklusive. "Ich freue mich voll, wenn viele Leute kommen und mitmachen, das wird mein Wochenend-Highlight", sagt Mayer. Der nächste Marathon-Start ist im August bei der EM in Birmingham (GB) geplant. Davor will Mayer unter anderem beim SCS-Run (14. Mai) und beim Österreichischen Frauenlauf (31. Mai) dabei sein.

Wetter: "Windstill, keine Sonne, bedeckt und 14 bis 16 Grad – das ist zumindest für mich ideal. Im Frühjahr hat man diese Bedingungen aber selten. Es ist schon fast ein Lottosechser, wenn alles zusammenpasst."

Schwächephasen: "Bleibt nie stehen, auch wenn es mal wehtut. Lieber langsamer werden, ruhig atmen – aber nicht stoppen. Und nicht zu viel nachdenken. Erinnert euch maximal an euer hartes Training, das nicht für die Fisch sein soll. Im besten Fall hält das mentale oder körperliche Tief zehn bis 15 Minuten. Sobald man es überwunden hat, geht es einem besser."

Musik: "Die Stimmung ist bei großen Marathons so gut, es ist so viel los neben der Strecke. Daher unbedingt ohne Kopfhörer laufen, sonst bekommst du die Hälfte nicht mit, das wäre schade. Und es ist auch nicht ungefährlich, wenn du nicht hörst, was hinter und neben dir passiert."

Streckenprofil: "Es macht schon Sinn, sich die Strecke vorab anzusehen. In Wien gibt es zwei, drei Passagen, da geht es rauf und runter. Wenn man die kennt, kann man sich das Tempo rechtzeitig einteilen."

Wien-Highlight: "Die letzten 1,5 Kilometer sind ein absoluter Traum, es feuern einen so viele Menschen an. In Wien kannst du dich wirklich doppelt aufs Ziel freuen. Finishen ist hier Pflicht, ein echter Genuss."

Belohnung: "Ich bin ernährungstechnisch extrem abgestimmt, weiß genau, wann ich was essen muss. Ich verzichte auf so viel. Aber ein, zwei Tage nach dem Marathon denke ich über nichts nach, esse das, worauf ich Lust habe. Pizza, Pasta, egal zu welcher Tag- und Nachtzeit. Es kann schon sein, dass ich um zwei Uhr in der Nacht aufstehe und die kalten Pizza-Reste esse."

Auswirkungen: "Nach dem Linz-Marathon letzte Woche war der Muskelkater schon sehr stark, das ist schon in Richtung Schmerzen gegangen. Ganz arg war die Vorderseite der Oberschenkel. Stufensteigen war nicht möglich, ich konnte die Beine nicht abbiegen oder belasten. Ich konnte aber im Seewinkel beim Wellnessen gut regenerieren."

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