Vier Kameras auf dem Dach, ein großer Bildschirm am Armaturenbrett – in Wien setzt man bei der Parkraumüberwachung ab sofort auf sogenannte "Scan Cars". Nahezu unscheinbar sind sie auf den Straßen unterwegs. Dahinter verbirgt sich aber jede Menge Technologie und eine aufwendig entwickelte Software. "Heute" hat eine Testfahrt mit dem High-Tech-Fahrzeug gewagt.
Mit speziellen Sensoren erfasst das Auto die Kennzeichen der parkenden Fahrzeuge und überprüft, ob ein digitaler Parknachweis (elektronischer Parkschein oder Parkpickerl) vorliegt. Ist das der Fall, erscheinen die Fahrzeuge grün markiert am Display auf – wenn nicht, leuchten sie rot. Im nächsten Schritt nimmt der Parksheriff eine Sichtkontrolle vor und prüft, ob ein Parkschein in Papierform oder eine sonstige Ausnahmegenehmigung vorliegt.
Mit dem Einsatz der Scan Cars feiert man in Wien eine Premiere. Ab sofort beginnen die ersten Testfahrten, eine zweite Testphase startet im Sommer, der Pilotbetrieb erfolgt ab Herbst – ab dann werden schon Kontrollen durchgeführt. Regulär in Betrieb gehen die Fahrzeuge Ende 2026.
1,146 Millionen Euro nimmt die Stadt Wien für das Projekt in die Hand. Rund 40.000 Euro pro Auto kommen noch dazu – insgesamt werden vier Scan Cars eingesetzt. Hauptgrund für die hohen Kosten ist die maßgeschneiderte Software, mit denen die Fahrzeuge daherkommen. Die Programmierung wurde von der österreichischen Firma CPB speziell für Wien vorgenommen.
"Wir haben eine Erkennungsquote der Fahrzeuge von über 97 Prozent. Wenn ein Kennzeichen nicht erkannt wird, wird es als potenzielle Beanstandung markiert und von den Menschen nachkontrolliert. Es ist kein automatisches Strafenausstellen geplant, sondern es geht darum, dass die Organe der Parkraumüberwachung ein Werkzeug haben, mit dem sie effizienter arbeiten können", erklärt Martin Schanda, Geschäftsführer CPB Österreich AG.
650 Mitarbeiter der Parkraumüberwachung sind täglich in Wien unterwegs. Die vier Scan Cars werden als Unterstützung in den weitläufigen Teilen in zwölf Bezirken (10, 11, 13 bis 19 und 21 bis 23) unterwegs sein. "Personen, die wir dort nicht mehr im Einsatz haben, werden wir dann in Gebieten einsetzen, wo die Stellplatzdynamik eine größere ist", sagt dazu Michelle Krumpschmid, Leiterin der MA67 - Parkraumüberwachung. Einsparungen beim Personal seien demnach keine geplant.
Nach der Einführung des flächendeckenden Parkpickerls 2022 haben sich die kontrollierenden Flächen im Stadtgebiet beinahe verdoppelt. "Mit dem Einsatz der Scan Cars sparen wir den Mitarbeitern rund 15 Kilometer Fußmarsch am Tag in den großen Bezirken", so Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke (SPÖ).