Mit dieser Aktion sorgt das "HFA-Studio" in Wien-Neubau für Staunen – und hoffentlich viele Spenden: Statt einer traditionellen Weihnachtskrippe steht im Schaufenster der Markenagentur in der Burggasse 24 heuer eine Miniatur des abgerissenen Lamarr – jenes gescheiterten Einkaufszentrumsprojekts, das einst als Prestigevorhaben von Investor René Benko angekündigt war.
Die handgefertigte Installation trägt den unmissverständlichen Titel "Spenden statt spekulieren". Darunter der Aufruf: "Deine Spende für einen sicheren Zufluchtsort für obdachlose Menschen."
Wo normalerweise Maria und Josef stehen, klafft diesmal eine Ruine – ein bewusst gewähltes Symbol für Größenwahn, Macht und fehlendes soziales Bewusstsein. Die Aktion soll daran erinnern, worum es an Weihnachten wirklich geht: um Mitgefühl, Gemeinschaft und Menschlichkeit – nicht um Profit.
Gebaut wurde das ungewöhnliche Kunstwerk vom Krippenverein Wien. Ein QR-Code im Schaufenster führt direkt zur "Gruft" der Caritas der Erzdiözese Wien, einer zentralen Einrichtung für obdachlose Menschen. Dort gibt es Schutz vor Kälte, warme Mahlzeiten, frische Kleidung sowie sozialarbeiterische und psychologische Hilfe.
"In Österreich schlafen jede Nacht hunderte Menschen auf der Straße – während andere Millionen mit Immobilien verzocken. Wir wollten dieses Missverhältnis sichtbar machen und zur Umkehr einladen"; erklärt HFA-Studio-Mitgründer Leo-Constantin Scheichenost.
Auch die Gruft zeigt sich dankbar für die Aktion. Leiterin Lis Pichler betont, wie dringend Unterstützung gerade im Winter gebraucht wird: "Für obdachlose Menschen ist sie die härteste Zeit des Jahres, denn sie kämpfen nicht nur mit den bitterkalten Temperaturen, sondern auch mit Einsamkeit und fehlender Zugehörigkeit. Jede Spende ermöglicht ein warmes Bett, Mahlzeiten und zwischenmenschliche Unterstützung für Menschen in Not".
Die Installation ist den ganzen Advent über im Schaufenster des "HFA-Studios" zu sehen. Alle Spenden, die über den QR-Code eingehen, kommen direkt der "Gruft" zugute.