Wachsendes Haushaltsloch

Putin bleibt auf Erdöl sitzen – Druck auf Moskau wächst

Fast 150 Millionen Barrel russisches Öl treiben derzeit auf hoher See. Sinkende Exporte und ein wachsendes Haushaltsloch setzen Moskau unter Druck.
Newsdesk Heute
19.02.2026, 20:48
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Fast 150 Millionen Barrel russisches Rohöl liegen derzeit auf Tankern fest – ohne Abnehmer. Während im Inland weiter gefördert wird, stockt der Export. Das bringt vor allem den Staatshaushalt in Bedrängnis.

Laut "Wall Street Journal" treiben rund 143 Millionen Barrel Öl auf den Ozeanen – etwa die Hälfte der monatlichen russischen Gesamtförderung. Viele Tanker mit sogenanntem "grauen Öl" Richtung Indien oder China warten mit voller Ladung auf Käufer. Bloomberg berichtet unter Berufung auf russische Statistikbeamte, dass die Förderung bereits um etwa 100.000 Barrel pro Tag gesenkt wurde. Rystad Energy erwartet bis April ein dreimal so starkes Minus.

Exporte sinken deutlich

Zwar exportierte Russland 2025 trotz Sanktionen noch 230 Millionen Tonnen Rohöl (2010: 247,8 Millionen Tonnen). Doch zuletzt gehen die Verkäufe zurück: Im Januar wurden täglich 3,4 Millionen Barrel ausgeführt, im Februar nur noch 2,8 Millionen.

Indien, im Sommer noch wichtigster Kunde mit zwei Millionen Barrel täglich, reduzierte seine Importe im Januar auf knapp 1,2 Millionen Barrel pro Tag – offenbar wegen US-Sanktionsdrohungen. Laut Bloomberg könnte sich diese Menge bis April nochmals halbieren. China kauft zwar mehr und kam im Januar auf bis zu 2,1 Millionen Barrel täglich, doch Experten bezweifeln, dass das die Ausfälle kompensiert.

Zudem drückt China die Preise. Im Verladehafen wird russisches Öl mit Abschlägen von über 27 Dollar pro Barrel Ural verkauft, in chinesischen Häfen mit einem Discount von 9 bis 10 Dollar. In einigen Häfen sinken die Preise so auf 55 bis 40 US-Dollar pro Barrel.

Gewinne schrumpfen, Defizit wächst

Bei Produktions- und Transportkosten von 25 bis 40 Dollar pro Barrel bleiben nur noch schmale Margen. Neue Lagerstätten werden aufgeschoben, die Kosten auf bestehenden Feldern steigen – auch wegen fehlender westlicher Technik. Beobachter sprechen von einer drohenden Strukturkrise – als säße man nicht auf einem riesigen Ölfass, sondern auf einem Koffer ohne Henkel.

Für 2026 kalkuliert Moskau mit 59 Dollar pro Barrel. Doch schon im Januar halbierten sich die staatlichen Rohstoffeinnahmen im Vergleich zum Vorjahr auf 4,3 Milliarden Euro. Das Haushaltsdefizit lag allein in diesem Monat bei 18,8 Milliarden Euro. Lenta.ru warnt vor einem möglichen Jahresdefizit von 116 Milliarden Euro – fast ein Viertel des Gesamthaushalts.

Während der Staat Benzinpreise von umgerechnet 74 Cent pro Liter stützt, verschärfen auch ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien die Lage. Die Krise könnte am Ende nicht nur den Kreml, sondern auch Russlands Autofahrer treffen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 19.02.2026, 20:48
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