Aber er machte einen Fehler

Hacker zahlte für Luxushotels nur 1 Cent pro Nacht

Ein Hacker nächtigte in Luxus-Suiten um 0,01 Euro. Doch ein Fehler brachte die Polizei auf seine Spur – nun klickten die Handschellen.
Nick Wolfinger
19.02.2026, 12:59
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Er lebte wie ein Scheich, zahlte aber fast nichts. Die spanische Nationalpolizei hat einen jungen Mann namens "Carlos" festgenommen, der sich mehrfach in teuren Luxushotels eingemietet haben soll – und das um gerade einmal 0,01 Euro pro Buchung.

Buchungssystem ausgetrickst

Laut Ermittlern soll der 20-Jährige vor der Zahlung über PayPal den ursprünglich vierstelligen Gesamtbetrag manipuliert haben und stattdessen den Mindestbetrag von einem Cent eingegeben haben. Betroffen waren vor allem Buchungen für Madrid und die Kanarischen Inseln. Der bisher bekannte Schaden liegt bei rund 20.000 Euro. 7.000 Euro davon gelten als nicht rückerstattbar, da bereits Flüge bezahlt worden waren.

Am 2. Februar meldete ein Online-Buchungsportal verdächtige Anfragen zu verschiedenen Reisedaten. Die Zentrale Einheit für Cyberkriminalität übernahm den Fall, der "Operation Drago" genannt wurde. Laut Polizeiquellen dürfte der Mann die Masche schon länger angewendet haben.

Er machte einen schweren Fehler

Doch der Hacker beging einen schweren Fehler: Bei mehreren Buchungen, darunter auch im berühmten Ritz in Madrid, verwendete er laut Polizei seine echte Identität. Ein Abgleich mit der Verbrecherdatenbank sowie Aufnahmen aus Überwachungskameras eines früheren Falls auf Teneriffa führten die Ermittler direkt zu ihm.

Am 6. Februar klickten schließlich im Ritz in Madrid die Handschellen. Beamte der Cybercrime-Abteilung nahmen ihn fest, als er gerade einen Termin an der Rezeption wahrnehmen wollte. Der Mann trug einen Trainingsanzug, wohnte aber in einer Suite um mehr als 1.000 Euro pro Nacht. Insgesamt soll er dort bereits viermal eingecheckt haben. Auch die Minibar ließ er sich offenbar schmecken - sie war fast leer.

Auf Social Media geprahlt

Der Verdächtige lebt in San Cristobal de la Laguna auf Teneriffa. Dort war er bereits zuvor festgenommen worden, nachdem er in einem Computergeschäft Komponenten auf ähnliche Weise erschlichen haben soll. In sozialen Netzwerken inszenierte er sich als Musikproduzent - und postete zuletzt sogar Fotos aus seiner Suite im Ritz auf Instagram. Genau diese Bilder wurden ihm nun zum Verhängnis.

Nach der Vorführung beim Richter kam der junge Mann vorerst frei. Die Ermittlungen laufen weiter. Die Polizei prüft, ob noch weitere Betrugsfälle ans Licht kommen.

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