Spionage-Alarm in Deutschland! In Brandenburg ist am Donnerstag (22. Oktober) ein mutmaßlicher russischer Spion festgenommen worden. Der ukrainische Staatsbürger Vadym Y. soll im Auftrag eines russischen Geheimdienstes militärisch wichtige Informationen gesammelt haben. Im Visier standen offenbar auch deutsche Panzer und die NATO-Ostflanke.
Wie die deutsche Bundesanwaltschaft mitteilte, soll der 53-Jährige spätestens seit Juli 2025 über einen Mittelsmann mit einem russischen Nachrichtendienst in Kontakt gestanden sein. Der dringende Verdacht: Der Mann beschaffte von Deutschland aus Informationen, die für Russlands Krieg gegen die Ukraine von Bedeutung sein könnten.
Besonders brisant: Der Verdächtige soll gezielt Informationen über die Produktion von Panzerfahrzeugen, Munition und Sprengstoffen gesammelt haben. Auch militärische Einrichtungen und Personal an Standorten zur Sicherung der NATO-Ostflanke sollen ihn interessiert haben.
Dabei soll Vadym Y. gezielt Personen aus der europäischen Rüstungsindustrie ausgehorcht haben, um an sensible Informationen zu gelangen.
Nach Informationen des "Spiegel" hatte es der 53-Jährige vor allem auf die Litauen-Brigade der deutschen Bundeswehr abgesehen. Die Einheit ist Teil der verstärkten NATO-Präsenz an der Ostflanke des Bündnisses.
Aufgeflogen ist der mutmaßliche Spion durch Erkenntnisse des deutschen Verfassungsschutzes. Die weiteren Ermittlungen hat das Bundeskriminalamt übernommen. Am Freitag soll der Ukrainer einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Dieser entscheidet über den Vollzug der Untersuchungshaft.
Besonders brisant an dem Fall: Der Beschuldigte besitzt die Staatsbürgerschaft der Ukraine, jenes Landes, das seit mehr als vier Jahren einen russischen Angriffskrieg abwehren muss. Nun steht er selbst im Verdacht, für einen russischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Für den 53-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.