Direktorin kämpft mit Tränen

Jüngster Plünderer (11) prahlte in Schule mit Beute

Nach den Krawallen in Mailand werden neue Details über den elfjährigen Plünderer bekannt. In seiner Schule soll er seine Bekanntheit gefeiert haben.
22.10.2026, 13:53
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Er ist erst elf Jahre alt und sorgte nach den schweren Krawallen in Mailand für Schlagzeilen. Wie berichtet, wurde der bisher jüngste mutmaßliche Plünderer nach den Ausschreitungen vom Wochenende von der Polizei ausgeforscht. Videos zeigen den Buben mit gestohlenen Designer-Gürteln beim Verlassen eines Bekleidungsgeschäftes.

Jetzt werden neue Details über den Schüler bekannt. Wie die italienische Zeitung "La Repubblica" berichtet, soll der Elfjährige seine plötzliche Bekanntheit im Internet regelrecht genossen haben.

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Bub strahlte über das ganze Gesicht

"Er kam in den Unterricht und strahlte über das ganze Gesicht", erzählt seine Klassenkameradin Mariam. Der Elfjährige habe angedeutet, dass ihm einiges passiert sei, ohne näher darauf einzugehen. Doch seine Mitschüler wussten längst Bescheid.

"Er ist viral, viral", schildert das Mädchen die Aufregung um den Buben. Videos, die ihn mit mehreren mutmaßlich gestohlenen Gürteln aus dem Bekleidungsgeschäft "Luigi Fusaro" in der Mailänder Innenstadt zeigen sollen, hatten sich zuvor im Internet verbreitet.

In Sozialbausiedlung bereits berüchtigt

Auch aus seinem Wohnviertel im Südwesten Mailands kommen nun neue Schilderungen. In der Sozialbausiedlung an der Via Ovada sei der Elfjährige weithin bekannt.

Ein gleichaltriger Nachbar erhebt schwere Vorwürfe: "Er schlägt Leute, mich hat er schon oft verprügelt." Der Bub soll häufig mit seinem Roller zwischen den Wohnhäusern unterwegs sein. Der Nachbarsbub behauptet außerdem, der Elfjährige habe einmal eine ältere Frau angefahren und schwer verletzt. Unabhängig bestätigt sind diese Vorwürfe nicht.

Ein Zeitungsverkäufer aus der Gegend beschreibt den Schüler ebenfalls als auffällig. "Er ist ein Provokateur. Er schaut einen immer so herausfordernd an", erzählt der Mann.

Schulleiterin kämpft mit den Tränen

Besonders betroffen macht die Situation an der Schule des Elfjährigen. Laut seinen Lehrern hat der Bub erhebliche psychische oder soziale Schwierigkeiten. Die Schule hat deshalb ein eigenes Förderprogramm für ihn entwickelt.

Weil er offenbar nicht am regulären Unterricht teilnehmen kann, wird der Elfjährige in einem separaten Raum einzeln betreut. Mit diesem maßgeschneiderten Programm versuchen die Lehrer, den Schüler wieder in den Schulalltag zu integrieren.

Auf die Frage, ob der Elfjährige bereits ein hoffnungsloser Fall sei, reagiert die Schulleiterin emotional. "Ich hoffe nicht", antwortet sie und kämpft dabei laut dem Bericht mit den Tränen.

Behörden prüfen weitere Schritte

Wie bereits berichtet, ist der Bub aufgrund seines Alters nicht strafmündig. In Italien beginnt die Strafmündigkeit erst mit 14 Jahren. Eine strafrechtliche Anklage wegen der mutmaßlichen Plünderung ist deshalb nicht möglich.

Die Behörden prüfen allerdings, ob die Jugendstaatsanwaltschaft und die Sozialdienste eingeschaltet werden sollen.

Während die Polizei nach den Ausschreitungen weiter ermittelt, versucht die Schule, dem Elfjährigen eine Perspektive zu geben. Seine Schulleiterin will die Hoffnung jedenfalls noch nicht aufgeben.

NW, 22.10.2026, 13:53
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