Nach Krawallen in Mailand

Plünderer ausgeforscht – der Jüngste ist 11 Jahre alt

Nach den Krawallen in Mailnd forschte die Polizei einen mutmaßlichen Plünderer in seiner Schule aus. Die Überraschung: Der Bub ist erst 11 Jahre alt.
21.10.2026, 16:13
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Ein vermummter Bub mit gestohlener Kleidung, daneben ein brennender Mistkübel: Videos von den schweren Krawallen in Mailand gingen in den vergangenen Tagen im Internet viral.

Die italienische Polizei wertete die Aufnahmen aus und konnte einen der mutmaßlichen Plünderer am Montag in seiner Schule aufspüren. Dort wurde klar: Der Schüler ist gerade einmal elf Jahre alt und damit der jüngste bisher identifizierte Randalierer der Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende.

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Bub mit gestohlenen Gürteln gefilmt

Auf einem der Videos ist zu sehen, wie der Elfjährige am Sonntag ein geplündertes Bekleidungsgeschäft der Marke Fusaro in der Via Dante im Zentrum Mailands verlässt. Er trägt mehrere Gürtel bei sich, die zuvor gestohlen worden sein sollen. Auf den Aufnahmen richtet er sich die Beute um den Hals.

In der Mailänder Innenstadt ist es am Wochenende zu schweren Plünderungen gekommen.
istock

Andere Bilder zeigen den Buben in dunkler Kleidung und mit einer Sturmhaube neben einem brennenden Mistkübel. Auf einer weiteren Aufnahme im Bereich des Largo Cairoli ist sogar zu hören, wie ihn jemand auf sein junges Alter anspricht und seine geringe Körpergröße kommentiert.

Polizei findet Elfjährigen in seiner Schule

Die Videos aus den sozialen Netzwerken brachten die Carabinieri schließlich auf die Spur des Kindes. Am Montag wurde der Bub in seiner Schule im Mailänder Stadtteil Barona identifiziert.

Der Elfjährige stammt aus einer italienischen Familie und lebt in dem dicht besiedelten Viertel im Südwesten der Stadt. Er besucht dort die zweite Klasse der italienischen Mittelschule, was der siebenten Schulstufe entspricht.

Keine Anklage gegen den Elfjährigen möglich

Eine strafrechtliche Anklage muss der Bub wegen seines Alters nicht befürchten. In Italien beginnt die Strafmündigkeit erst mit 14 Jahren. Der Elfjährige kann deshalb für die mutmaßlichen Diebstähle strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden.

Eine Festnahme des Kindes wurde nicht gemeldet. Allerdings können die Behörden den Fall an die Jugendstaatsanwaltschaft und das Jugendamt weiterleiten. Ob das bereits geschehen ist, ist nicht bekannt.

Die Polizei wertet weiterhin Aufnahmen der Ausschreitungen aus. Dabei wurde auch ein 16-Jähriger identifiziert, der mit einer gestohlenen Carabinieri-Mütze gefilmt worden war. Ihm werden unter anderem Plünderung, Verwüstung und Diebstahl vorgeworfen.

Während andere minderjährige Verdächtige nach den Krawallen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, ist der elfjährige Schüler dafür noch zu jung.

NW, Akt. 21.10.2026, 16:14, 21.10.2026, 16:13