"Horden von Migranten"

Macron beklagt Fake News über Proteste in Frankreich

Nach schweren Krawallen in Frankreich wirft Präsident Macron ausländischen Politikern vor, mit KI-Fälschungen Stimmung gegen sein Land zu machen.
21.10.2026, 13:47
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Frankreich kommt nach den schweren Ausschreitungen bei Sozial- und Schülerprotesten nicht zur Ruhe. Jetzt platzt Präsident Emmanuel Macron der Kragen. Bei einem Besuch in der katarischen Hauptstadt Doha rechnete der Staatschef mit ausländischen Politikern ab, die seiner Ansicht nach gezielt Falschinformationen über die Unruhen verbreiten.

Besonders im Visier: US-Präsident Donald Trump und dessen Vize JD Vance. Beide hatten die Krawalle mit der Einwanderung in Verbindung gebracht. Macron weist diese Darstellung entschieden zurück.

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Macron warnt vor gefälschten KI-Bildern

Eine direkte Einmischung aus dem Ausland in die Proteste habe es nach seiner Einschätzung nicht gegeben. Sehr wohl seien die Ereignisse anschließend aber gezielt verzerrt worden.

„Es gab Leute, die behaupteten, wir seien von Horden von Migranten und Islamisten überrannt worden, was völlig falsch ist“
Emmanuel Macron Präsident von Frankreich

So seien mithilfe künstlicher Intelligenz Bilder verbreitet worden, die angebliche Szenen der Ausschreitungen zeigen. Das Problem: Diese Vorfälle hätten in Frankreich überhaupt nie stattgefunden.

Trump macht Migranten für Krawalle verantwortlich

Zuvor hatte US-Vizepräsident JD Vance die Einwanderung aus ärmeren Ländern als Ursache für die Ausschreitungen genannt. Trump legte auf seiner Plattform Truth Social nach.

"Die Zuwanderung von Menschen aus einer komplett anderen Welt, von Menschen mit hasserfüllten Herzen, hat dieses einst so großartige Land zerrüttet", wetterte der US-Präsident.

Auch andere Politiker bezeichneten die Proteste als islamistisch motiviert, darunter Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz. Belastbare Hinweise dafür gibt es allerdings kaum.

"Wahlkampf auf unsere Kosten"

Für Macron steckt hinter den Anschuldigungen politisches Kalkül. Er wirft ausländischen Politikern vor, die Unruhen für den eigenen Wahlkampf auszuschlachten.

"Es gibt Leute, die auf Kosten Frankreichs Wahlkampf betreiben", kritisierte der Präsident. Besonders ärgere ihn, dass Politiker offenbar ungeprüft KI-generierte Inhalte übernehmen und gezielt verbreitete Falschinformationen weitertragen würden.

Zum Abschluss wurde Macron persönlich: "In solchen Momenten sieht man, wer Frankreich liebt und wer es nicht liebt." Wer sein Land derzeit schlechtrede, liebe Frankreich nicht. Seine deutliche Botschaft an die Kritiker: "Diese Menschen gehen mir daher auf die Nerven."

NW, 21.10.2026, 13:47