Nach schweren Ausschreitungen und Plünderungen in Frankreich hat sich Präsident Emmanuel Macron am Sonntagabend mit deutlichen Worten zu den Gewalttaten geäußert. Er macht Randalierer aus dem linksextremen Spektrum verantwortlich und droht nun mit einem härteren Vorgehen.
In einer Rede zeigte sich der französische Staatschef über die Verwüstungen vom Samstag entsetzt. "Wie können Franzosen Frankreich so etwas antun?", fragte Macron. Laut dem Sender "Bfmtv" verurteilte er die "ungezügelte Gewalt", die "durch nichts zu rechtfertigen" sei. "Wir alle empfinden heute Abend Wut und Scham", erklärte der Präsident.
Gleichzeitig stellte er sich hinter die Einsatzkräfte, Bürgermeister, gewählten Vertreter und Geschäftsinhaber, die von den Ausschreitungen betroffen waren. Für die entstandenen Schäden sollen die Verantwortlichen aufkommen. "Wer zerstört hat, muss bezahlen, wer etwas kaputt gemacht hat, muss den Schaden ersetzen", stellte Macron klar.
Dabei betonte er, dass friedliche Proteste nicht mit gewaltsamen Ausschreitungen gleichgesetzt werden dürften. "Wir dürfen niemals Demonstrierende mit berechtigten Forderungen mit jenen verwechseln, die zerstört, randaliert und geplündert haben", sagte er.
Auch an Parteien, Gewerkschaften und Berufsverbände richtete Macron einen Appell, die Gewalt klar zu verurteilen. "Unser Land verdient eine würdige Präsidentschaftswahl" und Debatten, "die zwischen den Parteien stattfinden und nicht auf der Strasse mit Gewalt ausgetragen werden", erklärte er.
Nun könnten auch Einschränkungen für Demonstrationen folgen. Laut Macron sollen die Präfekten gemeinsam mit den Bürgermeistern über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen entscheiden, um Städte, öffentliche Gebäude und Geschäfte zu schützen. Dazu zähle auch, "wenn nötig, bestimmte Versammlungen zu verbieten und alle erforderlichen Massnahmen mit sämtlichen verfügbaren Mitteln zu ergreifen".