Die Bilder der Proteste in Frankreich gehen um die Welt. Straßenschlachten mit der Polizei, brennende Fahrzeuge und massive Plünderungen von Geschäften prägen die Szenen. Der Staat tut sich schwer, die Straßen wieder unter Kontrolle zu bringen. Im Interview mit "Heute" warnt Ex-Kanzler Sebastian Kurz davor, in Österreich dieselben Fehler wie in Frankreich zu machen.
Laut dem Ex-Kanzler sei Österreich mit Frankreich nicht direkt vergleichbar. Trotzdem mahnt er, die Situation ernst zu nehmen und rechtzeitig gegenzusteuern. "Ich habe bereits 2015 gegen den Merkel-Kurs gesteuert. Und ganz ehrlich: Heute fühle ich mich bestätigter denn je", sagt er. Für seine damalige Politik sei er massiv kritisiert worden, erinnert sich der Ex-Kanzler.
Kurz spricht von einem "toxischen Cocktail" aus Linksradikalen, gewaltbereiten Migranten und Ideen des politischen Islam. Diese Gruppen würden sich zunehmend miteinander vermischen. Die Folgen seien auf Frankreichs Straßen deutlich zu sehen: Gewalt, Verwüstung und Chaos.
"Solche Szenen sind vermeidbar", sagt Kurz. Die Entwicklungen seien nicht von heute auf morgen gekommen. Für den Ex-Kanzler zeichnet sich in Europa jedoch ein klares Bild ab: Staaten, die in der Vergangenheit auf Massenzuwanderung gesetzt haben, würden nun die Rechnung dafür bezahlen.
Keinerlei Verständnis hat Kurz für Unterstützer der Proteste. "Über 70 Prozent der Inhaftierten sind volljährig", betont der Ex-Kanzler. Von reinen Schülerprotesten könne daher keine Rede sein.
Vielmehr seien radikale Islamisten und linksextreme Unterstützer an den Ausschreitungen beteiligt. Die Schülerproteste würden lediglich als Vorwand dienen, um Chaos zu stiften und Geschäfte zu plündern.
„Es gibt schrittweise in Europa ein Umdenken. Ich würde mir natürlich wünschen, dass dieses Umdenken schneller stattfindet.“Sebastian Kurz Ex-Bundeskanzler
Unterdessen haben Studentenorganisationen bereits zu neuen Protesten am kommenden Samstag (24. Oktober) aufgerufen. Unterstützer der Demonstrationen betonen das Recht auf friedlichen Protest und sehen die Kundgebungen als Ausdruck wachsender Unzufriedenheit mit der Politik. Die Unruhen in Frankreich haben eine Debatte entfacht, die weit über die Grenzen des Landes hinausreicht.