Gerhard Zeiler sorgt wieder für Aufruhr in Österreich. Zuletzt löste der 71-jährige Medienmanager ein gewaltiges Beben in der SPÖ aus. Parteichef Andreas Babler geriet massiv unter Druck, sein Rückzug von der Parteispitze wurde eingeleitet.
Jetzt sorgt Zeiler mit einer neuen Ankündigung für Aufsehen: Der ehemalige ORF-Chef gründet einen eigenen Thinktank namens "Institut 2035". Das Besondere daran: Er will das gesamte Projekt aus eigener Tasche bezahlen.
"Ich finanziere das Institut selbst, ohne Förderungen und ohne Sponsoren, damit es unabhängig bleibt. Und ich arbeite selbst mit", kündigt Zeiler an.
Wie viel Geld er in das Projekt steckt, verrät er vorerst nicht. An den finanziellen Möglichkeiten dürfte es jedenfalls nicht scheitern.
Wie "Heute" bereits berichtete, erhielt Zeiler 2024 bei seinem damaligen US-Medienkonzern WarnerMedia International eine Jahresvergütung von 14,8 Millionen Dollar. Darin enthalten waren neben dem Gehalt auch Boni, Aktien und Optionen.
Eine Meldung an die US-Börsenaufsicht bewertete seinen Warner-Aktienbestand im März 2026 zudem mit rund 82,6 Millionen Dollar. Das entspricht allerdings nicht seinem gesamten Privatvermögen.
Auch sein Abschied aus dem internationalen Mediengeschäft könnte sich finanziell lohnen. Laut den Vertragsregelungen bestehen mögliche Ansprüche auf Zahlungen in Höhe von zwölf bis 24 Monaten bisheriger Bezüge samt Boni. Dazu kommen mögliche Ansprüche aus Aktien.
Wie hoch die tatsächliche Auszahlung ausfallen wird, ist nicht bekannt. Zeiler selbst hat die kolportierten Summen bislang nicht bestätigt.
Mit seinem Millionenvermögen will der Medienmanager nun nach eigenen Angaben ein Institut finanzieren, das Antworten auf die großen Probleme Europas sucht.
"Auf Europa rollt ein Tsunami zu. Wir können ihn sehen, aber wir nehmen ihn viel zu wenig ernst", warnt er.
Der Klimawandel, eine alternde Gesellschaft, zu wenige Geburten und die künstliche Intelligenz stellen Europa aus seiner Sicht vor gewaltige Herausforderungen. Dazu kommen hohe Energiepreise, wirtschaftliche Unsicherheit und der Krieg in der Ukraine.
Gemeinsam mit jungen Menschen, Wissenschaftlern und Fachleuten aus der Praxis will Zeiler Lösungen erarbeiten. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Zukunft der Arbeitsplätze, die Finanzierung der Pensionen und die Gesundheitsversorgung.
Dass sich Zeiler mit 71 Jahren nicht einfach zur Ruhe setzen will, hatte er bereits Anfang Oktober im Gespräch mit "Heute" klargemacht.
Auf die Frage, ob er nach seinem Abschied aus dem Mediengeschäft sein Vermögen genießen wolle, antwortete er: "Ein arbeitsloses Leben kann ich mir nicht vorstellen. Egal, was kommt."
Erste Ergebnisse seines neuen Instituts will Zeiler in rund sechs Monaten präsentieren. Auch Bürger sollen eigene Vorschläge einbringen können.