Autofahrern in Österreich droht der nächste Preisschock an der Zapfsäule! Eine neue Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica zeigt, wie stark die Spritpreise durch das geplante Erneuerbare-Energien-Gesetz Verkehr (EEG-V) steigen könnten. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) schlägt Alarm.
Konkret könnte Diesel im Jahr 2035 um bis zu 95 Cent und Benzin um 86 Cent pro Liter teurer werden. Das gilt im Vergleich zu einer Umsetzung der europäischen Klimavorgaben über die Treibhausgasreduktion. Die Berechnungen beruhen auf dem Preisniveau von 2026, die allgemeine Inflation ist dabei nicht berücksichtigt.
Was das für Autofahrer bedeutet, zeigt eine einfache Rechnung: Bei einer 50-Liter-Tankfüllung wären das 47,50 Euro zusätzlich für Diesel beziehungsweise 43 Euro für Benzin. Und das allein durch die Mehrkosten gegenüber dem untersuchten EU-Szenario.
Hintergrund ist Österreichs Ziel, bereits 2040 klimaneutral zu werden. Die EU peilt hingegen 2050 an. Der österreichische Gesetzesentwurf sieht deshalb strengere Vorgaben für erneuerbare Energie im Verkehr vor.
WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger warnt eindringlich: "Wir ringen bei der Spritpreisbremse um jeden Cent. Gerade jetzt darf die Politik keine neuen Kostentreiber schaffen, die auch die Inflation weiter anheizen."
Besonders hart könnte es heimische Unternehmen treffen. Laut Economica müssten Betriebe im Jahr 2035 rund 2,2 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich für Treibstoff ausgeben. Vor allem der Güterverkehr und gewerbliche Personentransport wären betroffen.
Doch die Folgen könnten weit darüber hinausgehen. Die Studie prognostiziert für 2035 einen um 0,72 Prozent niedrigeren privaten Konsum, um 0,56 Prozent geringere Reallöhne und eine um 0,30 Prozent niedrigere Wirtschaftsleistung gegenüber einem Szenario ohne die Preissteigerungen im Modell.
"Teurer Sprit trifft nicht nur die Autofahrer, sondern die gesamte Wirtschaft", warnt Economica-Ökonom Christian Helmenstein.
Wichtig anzumerken: Die errechneten Preissteigerungen sind Prognosen für 2035 und keine bereits beschlossenen Aufschläge an der Tankstelle. Ob das Gesetz in dieser Form kommt und wie sich die tatsächlichen Spritpreise entwickeln, ist offen.
Ein rascher Umstieg auf Elektroautos dürfte das Problem laut Studie im übrigen nicht vollständig lösen. Selbst 2035 würden demnach noch rund 75 Prozent aller Pkw und 78 Prozent der Nutzfahrzeuge flüssige Kraftstoffe benötigen.
Die WKÖ fordert deshalb, auf zusätzliche österreichische Verschärfungen der EU-Klimavorgaben zu verzichten. Danninger bringt seine Forderung auf den Punkt: "Klimaschutz ja, Gold-Plating nein!"