Bei der Wirtschaftskammer

Neue Regeln für Gehaltserhöhung und Postenvergaben

Nach Zoff um Lohnanpassungen für Kammer-Mitarbeiter kommt neues System. Auch für Auftrags- und Jobvergaben sowie Geschenke werden die Regeln strenger.
Angela Sellner
06.10.2026, 16:41
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Die Gehälter der Wirtschaftskammer beziehungsweise das System der jährlichen Anpassungen kosteten den früheren WKÖ-Präsidenten Harald Mahrer den Job und sind aktuell ein Fall fürs Höchstgericht. Im Zuge der von der neuen Präsidentin Martha Schultz eingeleiteten Reform werden die Gehaltsregeln jetzt erneuert und transparenter gemacht.

Das Erweiterte Präsidium der WKÖ soll am 7. Oktober über ein neues Modell für die jährlichen Gehaltsanpassungen der Mitarbeiter entscheiden. Außerdem stehen auch strengere Compliance-Regeln auf der Agenda, heißt es aus der Wirtschaftskammer gegenüber "Heute".

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Aus für interne Berechnung

Bereits im November 2025 war beschlossen worden, die bisherige interne Berechnungsformel für die Anpassung der Gehälter durch ein transparenteres Modell zu ersetzen. Stattdessen soll künftig der Tariflohnindex von Statistik Austria als Maßstab dienen.

Der öffentlich zugängliche Index bildet die Entwicklung der kollektivvertraglichen und gesetzlich festgelegten Mindestlöhne und -gehälter in Österreich ab. Er erfasst die Lohnentwicklung von rund 95 Prozent der Beschäftigten.

Gehaltsplus künftig ab Mai

Der endgültige Jahresdurchschnitt des Tariflohnindex wird jeweils im April veröffentlicht. Deshalb sollen die Gehälter der WKO-Mitarbeiter künftig mit 1. Mai angepasst werden und die neue Höhe anschließend zwölf Monate gelten.

Für 2027 ist eine Übergangsregel vorgesehen. Die Anpassung ab Mai soll auch rückwirkend für die Monate Jänner bis April gelten.

Mit dem Zentralbetriebsrat bestehe bereits Einvernehmen, heißt es aus der Kammer. Der endgültige Beschluss fällt freilich erst am 7. Oktober. Laut Insidern dürfte das aber nur mehr  Formsache sein.

„Mögliche Interessenkonflikte müssen offengelegt werden und dürfen Entscheidungen nicht beeinflussen.“
Martha SchultzWirtschaftskammer-Präsidentin

Verwandtschaft offenlegen

Parallel zum neuen Gehaltsmodell soll die WKÖ neue, österreichweit einheitliche Compliance-Regeln bekommen. Sie sollen für Wirtschaftskammern, Fachorganisationen und Arbeitsgemeinschaften gelten und Anfang November in Kraft treten. Im Mittelpunkt stehen Auftragsvergaben, Geschenke, Repräsentationsausgaben sowie Nominierungen.

"Mögliche Interessenkonflikte müssen offengelegt werden und dürfen Entscheidungen nicht beeinflussen", erklärt WKÖ-Präsidentin Martha Schultz.

Bei der Bestellung von Sozialversicherungsvertretern muss künftig etwa offengelegt werden, ob ein Angehörigenverhältnis zu einem Mitglied des Präsidiums einer Wirtschaftskammer besteht.

Geschenke bis 100 Euro

Bei direkten Auftragsvergaben der WKÖ ab einem Wert von 5.000 Euro müssen weiterhin mindestens drei Preisauskünfte zum Vergleich eingeholt werden.

Für Geschenke gilt eine Obergrenze von 100 Euro pro Person.

Zudem wird ausdrücklich festgehalten, dass Wirtschaftskammermittel nicht zur Finanzierung politischer Parteien verwendet werden dürfen.

sea,06.10.2026, 16:41