Insgesamt meldeten die Bildungsdirektionen 1.133 Schulpflichtverletzungen für die Sommerschule in den letzten beiden Ferienwochen. Das teilte das Bildungsministerium auf Anfrage der APA mit.
Erstmals mussten heuer bestimmte Schüler verpflichtend an dem Angebot teilnehmen. Von insgesamt 60.400 Teilnehmern waren knapp 15.600 zum Besuch verpflichtet. Rund sieben Prozent dieser Gruppe blieben der Sommerschule trotz Verpflichtung fern.
Die meisten Fälle wurden in Wien gemeldet. Dahinter folgten Oberösterreich und die Steiermark. In diesen drei Bundesländern gab es allerdings auch besonders viele Kinder, für die die Sommerschule verpflichtend war.
Betrachtet man sämtliche angemeldeten Schüler – also auch jene, die freiwillig teilnahmen –, waren etwas mehr als drei Prozent während der zehn Sommerschultage nicht anwesend.
Ins Leben gerufen wurde die Sommerschule im Jahr 2020. Damals sollte sie vor allem dabei helfen, coronabedingte Lernrückstände bei Kindern und Jugendlichen aufzuholen. Seit 2022 können auch Schüler mit besonderen Interessen und Begabungen das Angebot nutzen.
In diesem Jahr rückte die Sprachförderung stärker in den Mittelpunkt. Verpflichtend war die Teilnahme für Kinder, die am ersten Tag des Sommersemesters wegen mangelnder Deutschkenntnisse eine Deutschförderklasse besuchten. Die Pflicht galt auch für Schüler, die erst während des Sommersemesters als außerordentliche Schüler aufgenommen worden waren.
Österreichweit wurde die Sommerschule an 920 Standorten angeboten. Dort gab es insgesamt 4.200 Gruppen. Rund 4.800 Lehrkräfte kümmerten sich um die mehr als 60.000 angemeldeten Schüler.
Von ihnen standen 3.362 bereits in einem aufrechten Dienstverhältnis. Weitere 1.432 wurden über einen Vertrag beschäftigt. Dabei handelte es sich vor allem um Studierende oder pensionierte Lehrer.
Mit rund 60.000 Anmeldungen erreichte die Sommerschule einen neuen Höchststand. Selbst ohne die verpflichteten Schüler lag die Zahl der freiwilligen Teilnehmer deutlich über dem Vorjahr. 2025 waren insgesamt 41.100 Anmeldungen verzeichnet worden.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) sieht darin eine Bestätigung für das Angebot. "Besonders freut mich, dass wir mit der verpflichtenden Teilnahme für Schülerinnen und Schüler in Deutschförderklassen einen weiteren Schritt für mehr Bildungschancen gesetzt haben. Die Sommerschule schafft bessere Voraussetzungen für einen guten Start ins neue Schuljahr und ist damit ein wichtiger Baustein für mehr Chancengerechtigkeit."