SPÖ-Vorsitz noch kein Thema

Marterbauer: "Ich bin Babler nichts schuldig"

Marterbauer soll Anfang 2027 das Vizekanzleramt übernehmen. Zuvor stehen für den Finanzminister jedoch seine Genesung und das Budget im Mittelpunkt.
14.10.2026, 08:15
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Er gilt derzeit als einer der beliebtesten Politiker des Landes. Anfang nächsten Jahres soll der Finanzminister Markus Marterbauer auch das Amt des Vizekanzlers übernehmen. Auf diesen Fahrplan verständigten sich die SPÖ-Landeschefs, die Gewerkschaft, die SPÖ-Frauen und der scheidende Parteivorsitzende Andreas Babler vor rund eineinhalb Wochen bei einer Krisensitzung.

Babler bleibt demnach bis zum Jahresende Vizekanzler und Parteichef. Die laufenden Parteigeschäfte sollen in dieser Übergangsphase allerdings bereits SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner und Klubobmann Philip Kucher führen. Danach ist die Übergabe des Vizekanzleramtes an Marterbauer vorgesehen.

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Ob der Plan wie vorgesehen umgesetzt werden kann, hängt jedoch entscheidend von der Genesung des an Krebs erkrankten Finanzministers ab. Im Ö1-"Journal" bekräftigte der 61-Jährige am Mittwoch, dass für ihn derzeit seine Gesundheit und die Arbeit im Finanzministerium im Vordergrund stünden.

„Ich bin ihm gegenüber sehr loyal. Schuldig sind wir einander nichts“
Markus Marterbauer über Andreas Babler

Auf die Frage, ob er nach Bablers Rückzug auch den SPÖ-Parteivorsitz übernehmen werde, legte sich Marterbauer noch nicht fest. "Für mich stellt sich die Frage noch nicht. Bis Jahresende geht es mir darum, gesund zu werden. Ich bin auf besten Weg der Genesung. Die Ärzte sind sehr zufrieden mit dem Heilungsverlauf meiner Krankheit. Ich hab als Finanzminister jede Menge Aufgaben, die Budgetsanierung muss weiterkommen. Ich werde dann zu Beginn des nächsten Jahres das Vizekanzleramt von Andreas Babler übernehmen, das war sein Vorschlag auch und Schritt für Schritt sieht man dann weiter."

Wie die nächsten Schritte innerhalb der Partei aussehen sollen, möchte der Finanzminister eng mit Holzleitner und Kucher abstimmen, "mit denen mich ein Vertrauensverhältnis verbindet und die ich sehr schätze." Eine Entscheidung über den Parteivorsitz dürfte damit frühestens im kommenden Jahr fallen.

Offen bleibt vorerst auch, ob Babler nach der Übergabe des Vizekanzleramtes weiterhin als Minister Teil des Regierungsteams sein wird. Marterbauer erklärte, sich darüber erst im Frühjahr Gedanken machen zu wollen.

Für ihn sei entscheidend, dass die SPÖ ihre wichtigsten Themen auch mit den passenden Personen besetze – "Wirtschaftskompetenz, die verkörpere u.a. ich, wir wollen in der Sicherheitspolitik relevant sein, wir wollen aktive Klimapolitik betreiben, dazu brauche wir die richtigen Leute."

Über konkrete Namen und mögliche Ressortverteilungen wollte Marterbauer im ORF-Interview allerdings noch nicht sprechen.

Auch zu seinem persönlichen Verhältnis mit Babler nahm der Finanzminister Stellung. Auf die Frage, ob er dem Mann, der ihn in die Bundesregierung geholt hatte, etwas schuldig sei, antwortete Marterbauer: "Ich bin ihm gegenüber sehr loyal. Wir verstehen einander gut. Schuldig sind wir einander nichts". Gleichzeitig erinnerte er daran, dass Babler ihn bei der Sanierung des Budgets sowie bei Eingriffen gegen steigende Preise stark unterstützt habe.

Eine klare Absage erteilte Marterbauer hingegen Spekulationen über eine künftige Spitzenfunktion für den früheren RTL-Chef Gerhard Zeiler. "Ich glaube, dass das Kapitel Zeiler in Bezug auf Positionen in der SPÖ abgeschlossen ist."

red, Akt. 14.10.2026, 09:02, 14.10.2026, 08:15