Kaiser sticht (Ex-)Kanzler: Zwei Jahre vor der nächsten Präsidentschaftswahl, die planmäßig im Oktober 2028 stattfindet, liegt der frühere Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser in der Gunst der Österreicher in Front.
Was die große "Heute"-Umfrage von Unique Research (810 Befragte, Schwankungsbreite ±3,4 Prozent) zeigt:
37 Prozent halten Peter Kaiser für "sehr" oder "eher wählbar". Der Ex-Landeschef aus dem Süden bringt die größte Breite über Parteigrenzen hinweg mit und hat als Einziger der 15 abgefragten Politiker einen positiven Saldo.
"Insgesamt spricht die Umfrage dafür, dass bei einer Bundespräsidentenwahl konsensfähige Persönlichkeiten gegenüber stark polarisierenden Kandidaten im Vorteil sein könnten", erläutert "Heute"-Meinungsforscher Peter Hajek. Allerdings messe die Fragestellung die grundsätzliche Wählbarkeit und noch keine konkrete Wahlentscheidung. Daher zeichne sich noch kein klarer Favorit ab.
Exakt dieselbe Zustimmung wie Kaiser verspürt Altkanzler Alexander Schallenberg. Auf der anderen Seite hat er aber 45 Prozent der Befragten gegen sich, für die der ÖVP-Mann "eher nicht" oder "gar nicht wählbar" ist. Bemerkenswert: Der langjährige Spitzen-Diplomat hat deutlich bessere Werte als Salzburgs Ex-Landeschef Wilfried Haslauer (24 Prozent Zustimmung) und Othmar Karas (23 Prozent).
Das Damen-Duo ist weit vorn dabei. "Im Vergleich zum Februar konnte vor allem Beate Meinl-Reisinger ihre Werte verbessern", meint Hajek. Doris Bures ist für 34 Prozent der von Unique Research Befragten "sehr" oder "eher wählbar".
Und wie sieht es nach dem ehemaligen Chef der Grünen, Alexander Van der Bellen, mit einem Verbleib eines Vertreters der Öko-Partei als Oberbefehlshaber aus? Die beiden Ex-Minister Rudolf Anschober und Alma Zadić kommen auf 29 bzw. 26 Prozent bei den grünen Balken, liegen damit im oberen Drittel.
Dann wäre da natürlich noch die Kickl-Frage. Der blaue Parteichef himself ist für 14 Prozent "sehr" (höchster Wert!) und für weitere 11 Prozent "eher" eine Möglichkeit. Kickl prallt aber auf einen Block von 69 Prozent, die ihn tief ablehnen – was vor allem in der Stichwahl Nachteile brächte. "Das unterstreicht die hohe Polarisierung seiner Person", so Hajek.
„Entscheidend wird 2028 die Fähigkeit sein, über Parteigrenzen hinweg Zustimmung zu gewinnen.“Peter Hajek "Heute"-Meinungsforscher
Die Chancen von ORF-Legende Christian Wehrschütz (einst FPÖ-Mitglied), Parlamentspräsident Walter Rosenkranz, Polit-Rabiat-Blogger Gerald Grosz oder Mandatarin Susanne Fürst sind überschaubar.
Das gilt auch für den ehemaligen Burgenland-Chef, der bisher als Einziger sein Interesse an einer Kandidatur bekundet hat.
"Heute"-Meinungsforscher Peter Hajek analysiert: "Entscheidend für die Wahl 2028 wird weniger die Mobilisierung des eigenen politischen Lagers sein als die Fähigkeit, über Parteigrenzen hinweg Zustimmung zu gewinnen – und es in die Stichwahl zu schaffen."