Studenten legen Ring lahm

Milliarden-Poker um Unis – Neos wollen Gebühren erhöhen

Wegen drohender Kürzungen an den Unis blockieren Studenten den Wiener Ring. Währenddessen fordern die Neos eine Verdopplung der Studiengebühren.
13.10.2026, 18:17
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Österreichs Universitäten drohen Einsparungen, die Studenten gehen auf die Straße. Während am Dienstag in Wien protestiert wird, fordern die Neos höhere Studiengebühren.

Ein "Kürzungs-Glücksrad", eine "Budgetloch-Kegelbahn" und "Uni-Jenga" mitten auf dem Wiener Ring: Mit ungewöhnlichen Aktionen macht die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) am Dienstag gegen drohende Einsparungen an den Universitäten mobil.

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Hintergrund ist der anhaltende Streit um die Finanzierung der 22 öffentlichen Universitäten. Bis spätestens 31. Oktober muss feststehen, wie viel Geld ihnen im Rahmen der Leistungsvereinbarungen für die kommenden drei Jahre zur Verfügung steht.

Budget-Verhandlung am Samstag?

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) hat bereits deutlich gemacht, dass die Hochschulen nicht mit der erhofften Summe rechnen können. "18 Milliarden werden es nicht werden", erklärte sie Anfang Oktober.

Eine konkrete Budgetsumme hat die Ministerin bislang nicht genannt. Am Samstag soll laut Informationen aus dem Bundeskanzleramt auf höchster Koalitionsebene über Budgetfragen verhandelt werden. Dabei steht auch die Finanzierung der Universitäten auf der Tagesordnung, berichtet die "Presse".

Unis warnen vor drastischen Folgen

Die 22 in der Universitätenkonferenz (uniko) vertretenen Hochschulen halten insgesamt 18 Milliarden Euro für notwendig, um zumindest die Inflation der kommenden drei Jahre auszugleichen. Aus Sicht der uniko seien sich die politischen Verantwortlichen über "die dramatischen Folgen eines budgetären Einschnitts bei den Universitäten nicht ausreichend bewusst".

Auch die ÖH schlägt Alarm. Sie befürchtet weniger Lehrveranstaltungen, volle Hörsäle und eine Verschlechterung der universitären Infrastruktur.

Erste Sparmaßnahmen wurden bereits eingeleitet. An der Technischen Universität Wien gilt seit Mitte Juni ein Ausschreibungsstopp, zudem wurden die Öffnungszeiten der Hauptbibliothek reduziert. Die Universität Graz hat wiederum einen Personalabbau in der zentralen Verwaltung angekündigt.

Finanzminister weist Kritik zurück

Dabei sind die Mittel für den Hochschulbereich in den vergangenen Jahren nominell gestiegen. Für 2026 stehen insgesamt 6,76 Milliarden Euro zur Verfügung – so viel wie noch nie zuvor. Auf die Universitäten selbst entfallen davon 5,32 Milliarden Euro.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hatte bereits bei seiner Budgetrede im Juni Kritik an den geplanten Einsparungen zurückgewiesen. Den Vorwurf, die Hochschulen würden "kaputtzusparen", ließ er nicht gelten.

Stattdessen sprach er von "bewusster Panikmache" und kritisierte "völlig unverständliche Fantasiegehälter" an den Universitäten. Gemessen an der Wirtschaftsleistung verfüge Österreich über "eines der höchsten Uni-Budgets der gesamten EU", argumentierte Marterbauer.

Neos wollen Studiengebühren verdoppeln

Während die Hochschulen um ihre Finanzierung kämpfen, bringen die Neos einen anderen Vorschlag ins Spiel: Studierende sollen künftig deutlich höhere Gebühren bezahlen.

Konkret fordert die Partei eine Verdopplung der Studiengebühren sowie der vorgeschriebenen Mindeststudienleistung. Die Vorschläge sollen auch in die Verhandlungen zur Hochschulstrategie 2040 einfließen, die unter der Leitung von Holzleitner bis Ende März 2027 ausgearbeitet werden soll.

Für Studierende aus Österreich und anderen EU-Staaten, die ihre vorgesehene Mindeststudienzeit überschreiten, sollen die Semestergebühren von derzeit 363,36 Euro auf 700 Euro steigen. Noch stärker würde die Erhöhung Studierende aus Drittstaaten treffen. Sie sollen künftig 2.500 statt bisher 726,72 Euro pro Semester bezahlen.

Gleichzeitig wollen die Neos diesen Studierenden den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt erleichtern und Anreize schaffen, damit sie nach ihrem Studium im Land bleiben.

Darüber hinaus halten die Neos an ihrer langjährigen Forderung nach "nachgelagerten" Studiengebühren fest. Bei diesem Modell müssten Studierende die Kosten erst nach Abschluss ihrer Ausbildung zurückzahlen.

pol, 13.10.2026, 18:17