Milliarden-Kürzung droht

Budget-Entscheidung naht – Studenten besetzen Ring

Noch diese Woche könnte die Regierung die Höhe des Uni-Budgets festlegen. Mit einer Protestaktion erhöhen Studierende am Dienstag den Druck.
12.10.2026, 12:56
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Am Dienstag wird der Wiener Ring zum Hörsaal. Studierende und Universitätsangehörige wollen mit einer ungewöhnlichen Protestaktion gegen drohende Einsparungen an Österreichs Hochschulen mobilmachen. Statt einer klassischen Demonstration stehen diesmal öffentliche Vorlesungen und Mitmachstationen auf dem Programm.

Zwischen 15 und 18 Uhr wird am Dienstag ein Abschnitt des Wiener Rings zwischen Parlament und Universitätsring für die sogenannte "Ringvorlesung" gesperrt.

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Organisiert wird der Protest von der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH). Studierende und Angehörige zahlreicher Universitäten wollen damit auf die angespannte finanzielle Situation der Hochschulen aufmerksam machen.

Bereits Ende Mai hatten die ÖH und die Universitätenkonferenz (uniko) gemeinsam zu einer Demonstration für mehr Geld für die Universitäten aufgerufen. Nun folgt eine weitere Aktion.

Unis droht Milliarden-Kürzung

Hintergrund sind die Budgetpläne der Bundesregierung für die Jahre 2027/28. Die uniko befürchtet, dass den öffentlichen Universitäten bei den Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2028 bis 2030 rund eine Milliarde Euro weniger zur Verfügung stehen könnte.

Nach den bisherigen Protesten wurde die Entscheidung über die Finanzierung für diesen Dreijahreszeitraum zunächst verschoben.

Wissenschaftsministerin Eva Maria Holzleitner (SPÖ) hatte angekündigt, dass die endgültige Summe bei einem Treffen der Regierungsspitze Mitte Oktober festgelegt werden soll. Als mögliche Termine nannte sie zuletzt den 16. oder 17. Oktober.

Budget muss bis Ende Oktober stehen

Ob die Universitäten bereits Ende dieser Woche Klarheit über ihre künftige Finanzierung bekommen, ist allerdings offen. Das Bundeskanzleramt betonte gegenüber der APA mehrfach, dass es sich bei dem geplanten Treffen lediglich um eine reguläre Zusammenkunft der Regierungsspitze handle.

Die Finanzierung der Hochschulen werde dabei zwar besprochen, sei aber nur eines von mehreren Themen und stehe nicht im Mittelpunkt. Allzu lange kann die Entscheidung dennoch nicht aufgeschoben werden: Laut Gesetz muss die Höhe des nächsten Universitätsbudgets bis Ende Oktober feststehen.

"Kürzungs-Glücksrad" und "Uni-Jenga"

Mit ihrer Aktion am Dienstag wollen die Studierenden zeigen, welche Folgen mögliche Budgetkürzungen für den Hochschulalltag haben könnten. Die ÖH warnt unter anderem vor gestrichenen Lehrveranstaltungen, überfüllten Hörsälen und einer Verschlechterung der universitären Infrastruktur.

Um auf diese Befürchtungen aufmerksam zu machen, setzen die Organisatoren auf ein ungewöhnliches Programm. Neben politischen Ansprachen auf einer "Vorlesungsbühne" und Beiträgen im Speaker's Corner sind mehrere Mitmachstationen geplant.

Besucher können sich etwa an einem "Kürzungs-Glücksrad", einer "Budgetloch-Kegelbahn" oder bei "Uni-Jenga" beteiligen. Damit wollen die Veranstalter nicht nur Studierende erreichen, sondern auch Passanten, die zufällig am Protest vorbeikommen.

19 von 22 öffentlichen Unis dabei

Eine klassische Demonstration ist diesmal nicht vorgesehen, von einzelnen Universitäten aus sollen aber Protestzüge zum Ring starten. Laut ÖH beteiligen sich 19 der insgesamt 22 öffentlichen Universitäten an der Aktion.

Mehrere Hochschulen unterstützen die "Ringvorlesung", indem sie Studierende für die Teilnahme freistellen oder die Veranstaltung bewerben.

pol, Akt. 12.10.2026, 12:59, 12.10.2026, 12:56