Die SPÖ steckt in ihrer schwersten Krise. Nach den roten Chaostagen übernimmt das neue Spitzen-Duo (Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher) die Partei bei historisch schlechten 12 Prozent – "Heute" berichtete.
Die Grünen sind in einer OGM-Umfrage aktuell schon dritte Kraft – große Hoffnungen setzt die auf Platz vier abgerutschte SPÖ neben Kucher und Holzleitner in Finanzminister Markus Marterbauer, der aktuell noch gegen eine Krebserkrankung ankämpft. Ab Anfang 2027 soll er das rote Regierungsteam als Vizekanzler anführen.
Ob er beim Parteitag der SPÖ im Februar auch als neuer Vorsitzender kandidieren möchte, ließ er bisher noch offen. Doch wäre er als Spitzenkandidat ein rotes Zugpferd? "Heute" stellte diese Frage der Woche den Österreicherinnen und Österreichern.
Ergebnis: Laut der brandaktuellen Unique-Research-Umfrage (500 Befragte, Schwankungsbreite: ±4,4 Prozent) wäre eine von Markus Marterbauer geführte SPÖ für 18 Prozent "ganz sicher" wählbar, für weitere 28 Prozent "möglicherweise" – heißt konkret: für nahezu jeden zweiten Österreicher (exakt 46 Prozent) sind die Roten mit Marterbauer zumindest wieder eine Option. 43 Prozent beantworten die Frage seiner Wählbarkeit mit "sicher nicht".
Beeindruckenden Rückhalt genießt der Ökonom in der eigenen Klientel: 73 Prozent der (dezimierten) SPÖ-Anhängerschaft sagen zur Wählbarkeit ihres Vizekanzlers in spe: "ja, ganz sicher", weitere 24 Prozent beantworten die Frage mit "möglicherweise". Zum Vergleich: Babler überzeugte zuletzt in der (fiktiven) Frage der Kanzler-Direktwahl nicht einmal mehr jeden zweiten eigenen Wähler.
Markus Marterbauer strahlt auch tief in die Wählerschaft von Grünen und Neos hinein, wo er jeweils für deutlich mehr als die Hälfte der Befragten eine interessante Option darstellt. Nichts anfangen können Freiheitliche mit ihm. Für 76 Prozent der blauen Wähler steht fest, dass Marterbauer für sie "sicher nicht" wählbar ist. Grundsätzlich vorstellen könnten sich das 18 Prozent der Befragten.
"Heute"-Meinungsforscher Peter Hajek analysiert: "Markus Marterbauer schöpft, ähnlich wie bereits Gerhard Zeiler Anfang September, das grundsätzlich vorhandene Wählerpotenzial der SPÖ weitgehend aus."
Im Vergleich zu Zeiler gelinge es Marterbauer "in höherem Ausmaß, Wählerinnen und Wähler zu einer sicheren Stimmabgabe zu bewegen (18 Prozent)". Hajek: "Innerhalb der SPÖ-Wählerschaft verfügt Marterbauer über starken Rückhalt; zugleich kann er auch in anderen Wählergruppen – mit Ausnahme des FPÖ-Lagers – Zustimmung erzielen. Bei der Einordnung des Vergleichs ist allerdings die geringere persönliche Bekanntheit Zeilers zu berücksichtigen."
Wie berichtet, hielten 43 Prozent der Österreicher eine von dem Medienmanager angeführte Sozialdemokratie für wählbar. Zeiler wünschte in einem Video Markus Marterbauer mittlerweile "viel Erfolg" für den SPÖ-Vorsitz ...