Die SPÖ befindet sich im freien Fall: Nach der roten Krisensitzung am Sonntag in Wien und die nach wie vor weitestgehend ungeklärte Zukunft der Partei kommen die Sozialdemokraten in einer aktuellen Sonntagsfrage (OGM für ServusTV) nur noch auf 12 Prozent.
Das ist ein neuer Allzeit-Tiefststand für die Babler-SPÖ, die bei der Nationalratswahl 2024 auf 21 Prozent gekommen war. Mittlerweile haben auch die Grünen die nach wie vor von Andreas Babler angeführte Truppe überholt. Die Ökos werden in der aktuellen OGM-Studie auf bereits 15 Prozent hochgeschätzt, liegen damit nicht nur vor der SPÖ, sondern sind auch mehr als doppelt so stark wie die Neos.
Alarmsignal für Bundeskanzler Christian Stocker: Obwohl sich die ÖVP um einen Punkt auf 21 Prozent steigern kann, hat er mit der Unbeliebtheit seiner Regierung zu kämpfen. Volkspartei, SPÖ und Neos kommen zu dritt nur noch auf 40 (!) Prozent, sind also meilenweit von einer Mehrheit entfernt.
Die aktuelle Polit-Umfrage für ServusTV zeigt also ganz klar, dass die SPÖ ihre Krise rasch klären muss. Einen ersten Schritt will die krisengebeutelte Partei – wie berichtet – schon am Donnerstag machen. Im Parlament tagen ab 14 Uhr die Parteigremien (Präsidium und Vorstand). Die Roten stellen dabei die Weichen für die kommenden Monate, bestellen Klubobmann Philip Kucher und Frauen-Vorsitzende Eva-Maria Holzleitner zu Übergangschefs.
Laut Statut muss nach der Bestellung der geschäftsführenden Chefs innerhalb von vier Monaten ein Parteitag stattfinden, also spätestens Anfang Februar. Ob Finanzminister Markus Marterbauer, der Anfang 2027 das Vizekanzleramt von Andreas Babler übernimmt, für eine Kandidatur am Parteitag zur Verfügung steht, hat er bisher offen gelassen.
Unbeeindruckt von all diesen Fragen können sich die Freiheitlichen zeigen. Sie profitieren von der Krise der SPÖ neuerlich, legen in der Sonntagsfrage auf schon 39 Prozent zu – so viel wie noch nie zuvor. Auch eine dunkelrote Sensation bahnt sich im Windschatten der SPÖ-Krise an: Mit neuerlich 4 Prozent können die Kommunisten mit dem ersten Einzug in den Nationalrat seit 1959 liebäugeln. Das ist exakt der Wert, der nötig wäre – und der KPÖ auch bereits in der "Heute"-Sonntagsfrage in der Vorwoche ausgewiesen worden war.