"Die Koalition funktioniert und wir arbeiten", erklärt Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) im "Heute"-Interview. Das Regierungsprogramm stehe außer Streit. "Wenn es eine Rochade in einer Regierungspartei gibt, ist das zur Kenntnis zu nehmen und Sache dieser Partei, in diesem Fall der SPÖ", macht Zehetner klar.
Die Gesamtarbeit werde dadurch nicht beeinträchtigt. "Wir haben eine herausfordernde geopolitische Lage und viele Themen, die wir lösen wollen", erklärt die Staatssekretärin im VP-geführten Wirtschaftsministerium.
Im "Heute" -Talk (komplett im Video unten) erklärt Zehetner unter anderem die komplette Umstellung des Fördersystems für Solarenergie ab 2027 – wofür die Regierung allerdings eine Zweidrittel-Mehrheit im Parlament braucht. Also müssen FPÖ und/oder Grüne mitstimmen.
Elisabeth Zehetner über:
"Reine Photovoltaik-Anlagen, also Solar-Paneele, werden nicht mehr gefördert. Deren Preis ist in den letzten Jahren um fast 90 Prozent gesunken, das rentiert sich mittlerweile auch ohne Förderung – weil man mit selbst erzeugtem Strom die eigenen Stromkosten deutlich reduzieren kann. In Kombination mit einem Speicher und einem Energiemanagementsystem lässt sich das weiter optimieren. Deshalb müssen wir Förderungen jetzt zielgerichteter einsetzen."
"Wer bereits eine PV-Anlage hat, kann einen Batteriespeicher nachrüsten oder sich einen zulegen. Voraussetzung für eine Förderung ist ein Energiemanagementsystem. Ein solches Energiemanagementsystem verbindet die einzelnen Komponenten miteinander. Es kann etwa darauf reagieren, wenn gerade wenig Strom im Netz ist und dann entscheiden, dass eingespeist wird. Wenn hingegen zu viel Strom vorhanden ist, kann es sinnvoller sein, diesen für die Abendstunden zu speichern."
„Reine Photovoltaik-Anlagen, also Solar-Paneele, werden nicht mehr gefördert.“Elisabeth ZehetnerEnergie-Staatssekretärin (ÖVP)
"Ein großer Kritikpunkt war die bisherige Antragstellung. Man musste sich innerhalb weniger Sekunden bewerben, um ein Ticket für die Förderung zu bekommen. Die Mehrheit kam nicht zum Zug, das war frustrierend. Wir stellen ab 2027 auf ein neues System um."
"Künftig läuft es wie beim früheren Handwerkerbonus. Die Förderung wird nach Fertigstellung des Projekts per Einreichen der Rechnung beantragt. Dadurch konzentriert sich nicht mehr alles auf einen einzigen Tag."
"Das bringt auch mehr Planbarkeit für die Betriebe. Sie haben kritisiert, das alte System sei wie Lotteriespielen – man mache Angebote für Kunden und müsse dann abwarten, ob sie bei der Förderung zum Zug kommen."
"Für 2027 wird ungefähr gleich viel Geld im Topf sein wie heuer, das waren etwa 60 Millionen Euro. Wir werden die Mittel aber anders aufteilen. Wie hoch die Förderung für die einzelnen Komponenten genau sein wird, steht noch nicht fest."
„Die Mehrheit kam nicht zum Zug, das war frustrierend. Wir stellen ab 2027 auf ein neues System um.“Elisabeth ZehetnerEnergie-Staatssekretärin (ÖVP)
"Fix ist, dass es wieder eine Made-in-Europe-Komponente geben wird. Das heißt, nur Produkte mit Komponenten aus Europa sind förderwürdig. Wir wollen mit öffentlichen Förderungen auch die europäischen Wertschöpfungsketten im Energiebereich stärken."
"Am 8. Oktober gibt es noch einmal einen Fördercall nach der alten Methode. Wir müssen ihn nach den derzeit geltenden gesetzlichen Vorgaben durchführen."
"Der Topf ist relativ gut gefüllt. Wir haben noch Restmittel aus den vergangenen Calls und werden insgesamt 38,5 Millionen Euro zur Verfügung haben. Schätzungsweise wird damit jeder Dritte oder jeder Vierte zum Zug kommen können."
„Ich kann immer dann, wenn ich mehr Strom produziere, als ich selbst brauche, diesen Überschuss verkaufen oder verschenken.“Elisabeth ZehetnerEnergie-Staatssekretärin (ÖVP)
"Seit 1. Oktober haben wir es vereinfacht, selbst produzierten Strom mit anderen zu teilen. Ich kann immer dann, wenn ich mehr Strom produziere, als ich selbst brauche, diesen Überschuss verkaufen oder verschenken, jetzt auch ohne extra eine Energiegemeinschaft zu gründen. Ich brauche mit der Person, mit der ich die Energie teilen möchte, lediglich einen Vertrag. Dafür gibt es bereits Musterverträge, die online abrufbar sind."
"Die Eltern wohnen in Niederösterreich, die Tochter studiert in Innsbruck. Dann können die Eltern ihren überschüssigen Strom vertraglich der Tochter in Innsbruck zuordnen."