Photovoltaik in Österreich boomt. Mancherorts gibt es ganze Straßenzüge, in denen man als Außenseiter gilt, wenn man keine Solarpaneele am Dach hat. Unabhängige Energieversorgung, sauber und billig – die Vorteile liegen auf der Hand. Noch dazu wurde die Anschaffung von der Regierung lange großzügig gefördert. Doch damit ist nun Schluss.
Die aktuelle Förderrunde nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz war nur ganze 33 Sekunden aktiv, berichtet die Wirtschaftskammer Österreich in einer Aussendung. Von 28.000 Förderanträgen für die Errichtung neuer PV-Anlagen konnten nur 3.000 berücksichtigt werden. 89 Prozent gingen also leer aus.
"Wenn Förderungen innerhalb von 33 Sekunden vergeben sind, läuft etwas grundlegend falsch", sagt Bundesinnungsmeister Christian Bräuer. Gefordert werden verlässliche Rahmenbedingungen statt eines Wettlaufs um begrenzte Fördertöpfe. Die FPÖ spricht von einer "staatlich organisierten Lotterie", Grünen-Energiesprecher Lukas Hammer von einem "Armutszeugnis" für die Energiepolitik dieser Bundesregierung.
"Hunderttausende Menschen haben sich voller Elan an der Energiewende beteiligt. Heute sehen wir das Gegenteil: Die Ausbauzahlen sind bereits massiv gesunken, weil Minister Hattmannsdorfer die Energiewende aktiv behindert", sagt Hammer.
Der Bundesverband PV Austria drängt auf einen Round Table mit dem Energieministerium, um rasche Lösung auf den Weg zu bringen. Der Unmut in der Branche war demnach deutlich zu spüren. Den Branchenverband erreichten zahlreiche Anrufe und Zuschriften von Betrieben sowie wütenden Endkunden. Für viele Unternehmen bedeute eine Förderabsage gleichzeitig, dass bereits vorbereitete Projekte schlussendlich nicht umgesetzt werden.
PV Austria fordert daher einen Round Table mit den zuständigen Entscheidungsträgern, um rasch Lösungen auf den Weg zu bringen. Langfristig braucht es ein Fördersystem, das Investitionen tatsächlich ermöglicht und die Kombination von Photovoltaik und Batteriespeichern sowie deren netz- und systemdienlichen Betrieb stärker berücksichtigt. Andernfalls droht auch die Wirksamkeit der kürzlich beschlossenen Energiewendegesetze konterkariert zu werden.