"Der Tourismus ist eine Konjunkturlokomotive Österreichs und leistet einen riesigen Beitrag zu unserem Wohlstand", erklärt VP-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, im Wirtschaftsministerium zuständig für Energie, Startups und Tourismus, im "Heute"-Interview (ganzer Talk im Video unten): "Wir punkten mit Vielfalt, Klima, Sicherheit."
Auch zur Entwicklung der Strompreise, zum Ausbau der erneuerbaren Energie und zu einer möglichen Blackout-Gefahr nimmt sie Stellung.
Elisabeth Zehetner über:
"Mit der Vision T wollen wir zeigen, dass Österreich 2035 eine der wertvollsten und nachhaltigsten Tourismusdestinationen der Welt sein will. Es geht um Steigerung der Wertschöpfung. Und wir wollen uns noch stärker in Richtung Ganzjahrestourismus entwickeln, um so auch hochwertige Dauer-Arbeitsplätze zu schaffen."
"Österreich wird im Sommer als sogenannte Coolcation-Destination immer beliebter. Wir bieten die Kombination aus Bergen und Seen; es ist vergleichsweise weniger heiß."
"Vor allem punkten wir als sicheres Urlaubsland. Ich höre häufig: ,In Österreich bleibt teurer Schmuck über Nacht in der Auslage.‘ Das kann man sich in vielen anderen Ländern nicht vorstellen."
„Im Tourismus werden sich die Preise einpendeln, wenn auch nicht auf früherem Niveau.“Elisabeth ZehetnerStaatssekretärin (ÖVP)
"Im Tourismus wirken sich neben hohen Lohnabschlüssen die gestiegenen Lebensmittel- und Energiekosten aus. Das muss irgendwann an den Gast weitergegeben werden. Dank der inflationsdämpfenden Maßnahmen der Regierung werden sich aber auch im Tourismus die Preise einpendeln, wenn auch nicht auf früherem Niveau."
"Wir müssen uns natürlich genau anschauen, wie sich das Klima weiter entwickelt – und unsere Angebote anpassen. Aber Entwarnung: Wir werden auch in 50 Jahren noch Skifahren in Österreich. In höher gelegenen Gebieten sowieso, andere Regionen werden Mountainbiken oder andere Sportarten mit alpinem Skifahren kombinieren."
"Wenn ich mehr Akzeptanz bei den Menschen in den Tourismusregionen haben möchte, muss ich auch der einheimischen Bevölkerung einen Benefit anbieten. Daher kämpfen wir auf europäischer Ebene für Einheimischen-Tarife. Etappen-Siege sind uns schon gelungen, wir bleiben dran."
Strom ist im Jahresvergleich um rund zehn Prozent günstiger als vor einem Jahr. Liegt das an den Maßnahmen der Regierung?
Zehetner: "Wir haben immer gesagt, dass wir die Strompreise günstiger machen werden. Das ist uns tatsächlich gelungen. Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz wurde die Basis geschaffen, weil wir darin einerseits eine Preis-runter-Garantie festgelegt haben (sinkende Großhandelspreise müssen an die Verbraucher weitergegeben werden, Anm.) und andererseits eine gesellschaftliche Verantwortung für Energieversorger verankert haben, die dazu führt, dass diese tatsächlich leistbare Preise anbieten. Der Verbund hat mit dem Österreich-Tarif die Benchmark gesetzt, andere Anbieter sind gefolgt und es kommen im Juni und Juli noch weitere Tarife von großen Landesversorgern hinzu."
„Wer mit dem Auto oder Flugzeug in den Sommerurlaub reisen möchte, muss keine Angst haben, dass es sich mit dem Treibstoff nicht ausgeht.“Elisabeth ZehetnerStaatssekretärin (ÖVP)
"Solange die Straße von Hormuz nicht vollkommen offen ist und selbst eine Zeit danach noch, wird es immer wieder Marktsignale geben, dass es da oder dort eng ist. Aber in Europa und Österreich gibt es keinen Versorgungsengpass. Wer mit dem Auto oder Flugzeug in den Sommerurlaub reisen möchte, muss keine Angst haben, dass es sich mit dem Treibstoff nicht ausgeht."
"Wir wissen, dass wir in Zukunft mehr Strom brauchen. Je mehr wir selbst produzieren, desto weniger müssen wir importieren. Wenn es genug Angebot gibt, sinken die Preise. Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz schaffen wir jetzt schnellere Verfahren für den Ausbau von Wasser-, Sonnen- und Windkraft."
Steigert es die Blackout-Gefahr, wenn mit dem verstärkten Erneuerbaren-Ausbau mehr Strom in die Netze fließt? Zehetner: „Nein, denn wir verstärken das Gesamtsystem, auch Netze, Trafos, Speicher."
Können Bundesländer sich bei Windrädern künftig noch querlegen? Zehetner erklärt: „Alle Länder haben Vorgaben für Wind. Im Winter reichen Wasser- und Sonnenkraft nicht, wir brauchen den Technologiemix. Aber es gibt natürlich topographische Vorteile, die das ein oder andere Bundesland hat."