"Österreicher-Rabatt"

Ski, Öffis – das soll für Österreicher billiger werden

Das Comeback der Einheimischentarife rückt näher. Österreicher könnten dadurch bei Freizeitangeboten und Eintrittspreisen deutlich sparen.
Nicolas Kubrak
27.02.2026, 18:15
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Großer Durchbruch in der Debatte um Einheimischentarife! Seit Jahren kämpft Österreich dafür, Preisvorteile für die eigene Bevölkerung wieder einzuführen. Bisher jedoch vergeblich – die EU argumentierte, solche Modelle seien gegenüber anderen EU-Staatsbürgern diskriminierend.

Comeback rückt näher

Am Donnerstag kam nun die große Wende: Beim Wettbewerbsrat in Brüssel haben alle Mitgliedssaaten einstimmig beschlossen, die EU-Kommission aufzufordern, bei der Novelle der Geoblocking-Verordnung im Herbst eine rechtskonforme Lösung für Einheimischentarife vorzulegen.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer zeigte sich erfreut: "Damit gibt es erstmals einen klaren europäischen Beschluss, dieses Problem anzugehen. Das ist ein großer Verhandlungserfolg für Österreich."

Skilifte, Museen, Öffis

Konkret sind Einheimischentarife vor allem für Freizeiteinrichtungen angedacht – etwa in Skigebieten. Tagestickets um 80 Euro oder mehr sind mancherorts längst üblich, was besonders für die heimische Bevölkerung zur Belastung wird. Auch in Museen oder Schwimmbädern könnten Einheimische künftig von einem "Österreicher-Rabatt" profitieren.

In vielen Regionen der Welt gibt es solche Preisvorteile bereits. In Malta sind öffentliche Verkehrsmittel für Einheimische gratis, Besucher aus dem EU-Ausland zahlen hingegen 2,50 Euro pro Busfahrt. Auch zahlreiche polnische Städte – etwa Kalisz, Kołobrzeg oder Lubin – bieten kostenlose Öffis für Personen mit Wohnsitz in der jeweiligen Stadt an.

LH Mattle: "Gerechte Anerkennung für Gastfreundschaft"

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle gilt als großer Befürworter von Einheimischentarifen. In den vergangenen Monaten war der Landeschef mehrfach in Brüssel und Wien, um Verbündete zu gewinnen. Im Vorfeld des Wettbewerbsrats hat Mattle mehrere Initiativen im Ausschuss der Regionen gestartet, sich gemeinsam mit Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl und WK-Präsidentin Barbara Thaler an die Europäische Kommission gewandt sowie dem EU-Tourismuskommissar Apostolos Tzitzikostas eine Unterstützungszusage abgerungen.

Anton Mattle hat sich in den vergangenen Monaten auf nationaler und internationaler Ebene für Einheimischentarife stark gemacht.
Sabine Hertel

"Wir sind bei der Rettung der Einheimischentarife einen wichtigen Schritt weiter. Mit dem einstimmigen Ratsbeschluss, dass die Geoblocking-Verordnung abgeändert werden muss, gibt es die Aussicht auf eine gesetzlich saubere Lösung. Ohne die heimische Bevölkerung würde es die blühende Tourismusbranche nicht geben. Die Menschen, die hier leben, verdienen es, von diesem Wohlstand direkt zu profitieren", erklärt Mattle im Gespräch mit "Heute".

"Vorteile für Einheimische sind keine Diskriminierung, sondern eine gerechte Anerkennung für die Gastfreundschaft in unserem Land. Die heimischen Betriebe suchen Wege, den Einheimischen vergünstigte Tarife und Angebote bieten zu können. Deshalb ist es wichtig, dass wir eine europäische Lösung zustande bringen, die die Einheimischentarife nicht als Diskriminierung abtut, sondern im Sinne der Tourismusakzeptanz zulässt und ein für alle Mal außer Streit stellt“, so der Landeshauptmann.

{title && {title} } nico, {title && {title} } Akt. 27.02.2026, 18:32, 27.02.2026, 18:15
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