Es war eine stundenlange Wahlfarce. Schließlich wurde Clemens Pig in der Nacht auf den 12. Juni vom Stiftungsrat zum neuen ORF-Chef gewählt. Er übernimmt das Zepter am Küniglberg am 1. Jänner 2027.
Baustellen gibt es für den Ex-APA-Chef wie berichet zur Genüge. Dazu zählt etwa die rechtliche Auseinandersetzung mit Ex-Generaldirektor Roland Weißmann nach dessen Rauswurf wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung.
Aber kann Pig diese Herausforderungen auch tatsächlich meistern? Das fragte "Unique Research" für "Heute" 819 Österreicher ab 16 Jahren (Mix Telefon/online, Feldarbeit 15. bis 18. Juni, maximale Schwankungsbreite ±3,4 Prozent). Das sind die Ergebnisse dieser ersten großen Umfrage zum neuen starken Mann beim Öffentlich-Rechtlichen:
Sechs Prozent trauen Pig die Lösung der Probleme am Küniglberg "absolut" zu, 25 Prozent sagen zumindest "eher ja". Gegenteiliger Meinung sind 28 Prozent. Damit liegt das Ergebnis innerhalb der Schwankungsbreite.
Ein Problem ist die geringe Bekanntheit des Medienmanagers. Noch kennen Pig 34 Prozent zu wenig oder gar nicht.
Und wie fällt das Urteil der unterschiedlichen Wählergruppen aus? Am besten schneidet der neue ORF-Chef bei SPÖ-Wählern ab. Immerhin 47 Prozent von ihnen trauen ihm zu, dass er die Herausforderungen meistert. 23 Prozent sind diesbezüglich skeptisch. Unter den SPÖ-Fans kennen Pig nur 28 Prozent zu wenig oder gar nicht. Das ist der geringste Wert im Parteienvergleich.
Bei ÖVP-Anhängern sind es 39 Prozent, die ihr Vertrauen in Pig setzen. 21 Prozent sind hinsichtlich seiner Problemlösungskompetenz skeptisch.
Bei Neos-Sympathisanten kommt der neue ORF-Chef auf 35 Prozent Vertrauen und 20 Prozent Skepsis. Bei Grün-Wählern schließlich sind es 33 Prozent bzw. 20 Prozent. Damit kommt er bei Anhängern von vier Parteien auf einen positiven Saldo.
Ganz anders verhält es sich bei Wählern der FPÖ. Dort erzielt der künftige ORF-Chef die schlechtesten Werte. Hier sind gerade einmal vier Prozent absolut und zehn Prozent zumindest eher von Pig überzeugt. Aber: 42 Prozent trauen ihm die Lösung der Probleme nicht zu.