Der ORF sucht nach wie vor einen neuen Chef oder eine neue Chefin. Am Montag hatte die Findungskommission des Stiftungsrates jene Kandidaten herausgefiltert, die die Kriterien in der Ausschreibung erfüllen. Geworden sind es 13 Personen.
Diese werden sich am kommenden Montag einem öffentlichen Hearing im 35-köpfigen Stiftungsrat stellen, das auch in ORF III und auf ORF ON übertragen wird. Die eigentliche Wahl steigt dann am 11. Juni.
Für gewöhnlich weniger beachtet als der Stiftungsrat ist das zweite ORF-Gremium: der Publikumsrat. Der besteht aus 28 Mitgliedern. Diese sind nach einem festgelegten Schlüssel definiert.
Demnach sucht die Regierung aus Vorschlägen von Organisationen gesellschaftlicher Gruppen 14 Publikumsräte aus. Darunter sind etwa die Bereiche Hochschulen, Sport, ältere Menschen, Touristik. Zum Zug kommen aber auch Volksgruppen, die Jugend, Menschen mit Behinderungen und sogar die Autofahrer-Organisationen. Der wohl bekannteste Vertreter ist Heinz K. Becker. Er saß für die ÖVP im EU-Parlament und ist Vorstandsmitglied im ÖVP-Seniorenbund – also politisch klar zuordenbar.
Ebenso politisch nicht unabhängig: die fünf Publikumsräte, die von den Akademien der Parteien entsandt werden. Hier sticht Siegfried Meryn heraus. Er ist als TV-Arzt seit 15 Jahren für den ORF als Gesundheitsexperte tätig und vertritt die SPÖ im Gremium. Ebenfalls kein Unbekannter: Alexander Zach. Der frühere Politiker des Liberalen Forums ist von den Neos nominiert.
Die übrigen neun Mitglieder des Publikumsrates werden von den vier Sozialpartnern, der Sozialversicherung, der Kammer freier Beruf, der katholischen und evangelischen Kirche sowie der Akademie der Wissenschaften entsandt. Ein bekanntes Gesicht: Martin Schenk, Vize-Direktor der Diakonie Österreich.
Bedeutung bei der Chef-Wahl im ORF kommt dem Gremium vor allem deshalb zu, weil sie von den 35 wahlberechtigten Stiftungsräten immerhin neun stellt. Somit könnte die Publikumsvertretung zum Zünglein an der Waage werden …