77 Personen haben sich um das Amt des ORF-Generaldirektors beworben. Am Montag hat die "Findungskommission" im ORF-Stiftungsrat begonnen, deren Bewerbungen auszusieben. Denn nicht alle erfüllen die in der Ausschreibung geforderten Kriterien.
Nach rund drei Stunden blieben dann 13 Kandidaten über. Die Entscheidung fiel nicht einstimmig, sondern "nur" mit Mehrheit – nach "Heute"-Infos war das bei mehreren Kandidaten der Fall. Dennoch bietet die Liste keine echten Überraschungen.
So finden sich sowohl Ex-APA-Chef Clemens Pig, Favorit von ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker, als auch ORF-Magazin-Chefin Lisa Totzauer als auch Ex-Puls4-Chef Markus Breitenecker unter den "Zugelassenen".
Ebenfalls dabei: ORF III-Chefin Kathrin Zierhut-Kunz, Exxpress-Herausgeberin Eva Schütz, der Medienmanager Johannes Larcher und die frühere ORF-Managerin Petra Höfer.
Die Liste wird komplettiert vom früheren ServusTV-Chefredakteur Robert Altenburger, der ORF-Journalistin Sonja Sagmeister, die mit dem Haus im Clinch liegt, dem Medienmanager Torsten Prenter, Ex-Henkel-Kommunikationschef Ernst Primosch, der Schweizer Medienmanagerin Kathrin Ruther und dem Journalisten Andrew Solomon.
Alle 13 Nominierten können jetzt von einem (oder mehreren) Stiftungsräten zum öffentlichen Hearing am 8. Juni eingeladen werden. Dieses wird auf ORF III und ORF ON übertragen.
Es ist aber nicht gesagt, dass tatsächlich jemand aus diesem Kreis am Ende das Rennen macht. Denn: Stiftungsräte können theoretisch auch Bewerber zum Hearing einladen, die die Ausschreibungskriterien nicht erfüllen. Das ist allerdings sehr unwahrscheinlich.
Eine Nominierung durch einen Stiftungsrat ist jedenfalls Voraussetzung für eine Kandidatur. Die Wahl selbst findet im Stiftungsrat am 11. Juni statt. Die 35 Stiftungsräte bestimmen dann, wer die Geschicke am Küniglberg ab 2027 führt.
Eine ist es jedenfalls fix nicht: Ingrid Thurnher, die den ORF nach dem Rauswurf von Ex-Generaldirektor Roland Weißmann interimistisch übernommen hatte. Sie geht mit Jahresende in Pension, will bis dahin noch einige Reformen durchsetzen und dabei möglichst freie Hand haben.