Der ORF-Stiftungsrat hat sich nach einem mehr als 14-stündigen Hearing für Clemens Pig als neuen Generaldirektor entschieden. Der 51-Jährige tritt sein Amt Anfang 2027 an und setzte sich gegen acht Mitbewerber durch.
Scharfe Kritik kam unmittelbar nach der Wahl von FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler. Gegenüber "Heute" erklärte er: "Wie ich es seit Wochen vorhergesagt habe: Der Systemkandidat von SPÖ und ÖVP, der nicht einmal die Kriterien der Ausschreibung erfüllt, wurde von den roten und schwarzen, ferngesteuerten Stiftungsräten durchgeboxt."
Pig zeigte sich nach seiner Wahl erfreut und kündigte an, bereits am nächsten Tag gemeinsam mit Ingrid Thurnher an den anstehenden Aufgaben arbeiten zu wollen. Der ORF solle sich stärker als digitale Plattform positionieren und insbesondere junge Menschen erreichen.
An seinem Bewerbungskonzept wolle er festhalten. Als personelle Vorgabe nannte Pig ein striktes Geschlechterverhältnis im Direktorium. Bis Jahresende wolle er zudem Vertrauensarbeit innerhalb des ORF und beim Publikum leisten. "Das muss man sich erarbeiten."
Als größte Herausforderung bezeichnete der designierte ORF-Chef die finanzielle Lage des Senders. An der Haushaltsabgabe möchte er festhalten, sie sei Grundlage eines "Dienstleistungsversprechens" gegenüber den Beitragszahlern.