Am Donnerstag wählen die 35 ORF-Stiftungsräte den neuen Generaldirektor oder die neue Generaldirektorin. Bis dato stehen neun Kandidaten fest. Die FPÖ glaubt aber nicht an eine objektive Wahl.
Der ORF gleiche "einem einzigen Scherbenhaufen, bei dem die Systemparteien ÖVP und SPÖ die wichtigsten ORF-Posten bereits im Vorfeld über medial kolportierte Sideletter unter sich aufgeteilt haben", wetterte Generalsekretär und Mediensprecher Christian Hafenecker am Dienstag.
Ein "Indiz" für die "politisch gesteuerte Inszenierung" ortet der Freiheitliche in der verkürzten Ausschreibungsfrist. "Weil sich vorab bereits ablesen lässt, dass es sich hier um nichts anderes als um ein abgekartetes Spiel handelt. Das, was am Küniglberg passiert, ist ganz bestimmt kein Auswahlverfahren, sondern das ist einfach nur Postenschacher mit Wahlzettel (diese sind namentlich markiert, Anm.) unter den Augen der Öffentlichkeit."
Dass die ÖVP über ihren Generalsekretär bereits während der laufenden Bewerbungsfrist mit Ex-APA-Chef Clemens Pig öffentlich einen Wunschkandidaten ausrufe, zeuge von "beispielloser Überheblichkeit der Kanzlerpartei", wettert Hafenecker.
Neben dem eklatanten Postenschacher prangerte der freiheitliche Mediensprecher auch die "völlig entgleiste Diskussionskultur linker ORF-Redakteure" an. Wenn Armin Wolf auf Social Media eine Bewerberin attackiere, müsse das Konsequenzen haben. "Wenn es um Fake News geht, die der Herr Wolf aufdecken möchte, dann soll er bitte eine Runde durch die eigenen Redaktionen im Haus drehen. Er soll es sich aber bitte sparen, dermaßen unflätig Kandidatinnen für den ORF-Generaldirektorsposten zu beschimpfen."
Der 11. Juni werde zum Tag der Wahrheit, an dem sich zeige, ob der Stiftungsrat nur ein Abstimmungsautomat der Regierung für das Parteibuchfernsehen sei, prophezeit Hafenecker.
Und er erneuert die freiheitliche Kernforderung in Sachen ORF: "Wenn die Regierungsparteien haben wollen, dass ihre Funktionäre via öffentlich-rechtlichem Rundfunk weiter durchgefüttert werden, dann sollen sie das bitte machen. Und zwar mit der Parteienförderung. Was jedenfalls nicht sein kann, ist, dass die Geldbörsen der Zwangsgebührenzahler herhalten müssen. Wir Freiheitliche wollen jedenfalls ein Aus für die Zwangsgebühren, ein Ende des Privilegienstadls am Küniglberg und eine echte ORF-Reform."