Die Entscheidung über die künftige Führung des ORF rückt näher - und schon vor der Wahl fliegen die Fetzen. Auslöser ist diesmal ein scharf formulierter Beitrag von "ZiB2"-Moderator Armin Wolf.
Am kommenden Donnerstag bestimmt der Stiftungsrat, wer ab 2027 an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Senders stehen soll. Zuvor müssen die Kandidaten ein Hearing absolvieren. Voraussetzung dafür ist eine Nominierung durch Mitglieder des Stiftungsrats.
Zu den Bewerbern zählt auch "Exxpress"-Herausgeberin Eva Schütz. Sie wurde unter anderem von Gregor Schütze, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungsrats, für das Hearing nominiert.
Genau das stößt bei Armin Wolf auf heftige Kritik. Auf der Plattform Bluesky äußerte sich der ORF-Journalist ungewöhnlich deutlich. "Der stv. Vorsitzende des Stiftungsrats ist offenbar der Meinung, dass die Herausgeberin einer rechten, rassistischen Fake News-Schleuder (die praktisch täglich den ORF diffamiert und Millionenverluste produziert) als ORF-Generaldirektorin geeignet ist. Es macht mich ratlos", schrieb Wolf.
Die Wortmeldung sorgte umgehend für Reaktionen aus der Politik. FPÖ-EU-Delegationsleiter Harald Vilimsky stellte sich öffentlich gegen den ORF-Moderator und kritisierte dessen Aussagen scharf.
"Allerunterste Schublade", schrieb Vilimsky zu Wolfs Kommentar. Zudem legte der Freiheitliche mit einer weiteren Spitze gegen den öffentlich-rechtlichen Sender nach: "Keinen Cent mehr für diesen Propagandasender am Schnee- und Karnickelberg!"
Während die Debatte rund um die Besetzung des ORF-Chefsessels damit weiter an Schärfe gewinnt, fällt die eigentliche Entscheidung erst in wenigen Tagen. Dann wird feststehen, wer den ORF in die nächste Amtsperiode führen soll.