Bald entscheidet sich, wer künftig die Führung des ORF übernehmen wird. Schon vor der Wahl kommenden Donnerstag am Küniglberg gibt es ordentlich Aufruhr. Zuletzt löste diesen "ZiB2"-Moderator Armin Wolf aus – "Heute" berichtete.
Der Grund ist die Bewerberin für den Posten des ORF-Generaldirektors, Eva Schütz. Die "Exxpress"- Herausgeberin wurde unter anderem von Gregor Schütze, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungsrats, für das Hearing nominiert. Bei Wolf löst dies alles andere als Begeisterung aus.
Auf der Plattform Bluesky äußerte sich der ORF-Journalist ungewöhnlich deutlich. "Der stv. Vorsitzende des Stiftungsrats ist offenbar der Meinung, dass die Herausgeberin einer rechten, rassistischen Fake News-Schleuder (die praktisch täglich den ORF diffamiert und Millionenverluste produziert) als ORF-Generaldirektorin geeignet ist. Es macht mich ratlos", so Wolf.
Diese Attacke des "ZiB2"-Moderators stößt nun auf scharfe Kritik seitens der FPÖ. Der freiheitliche Generalsekretär Christian Hafenecker sprach von einer "unerträglichen Anmaßung". Er warf Wolf "Überheblichkeit und Scheinheiligkeit" vor. Er warf dem ORF-Journalisten vor, "im Glashaus" zu sitzen. Laut dem FPÖ-General sei der ORF selbst eine "Fake-News-Schleuder".
Als Beispiel nannte Hafenecker einen kürzlichen Bericht des "ORF" und des "Standard" wonach zehn bis zwanzig parlamentarische Mitarbeiter der FPÖ vom Verfassungsschutz beobachtet würden. Als Grund wurde damals ein Naheverhältnis zu der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung angegeben. Dies habe sich als Unwahrheit herausgestellt, so der Blaue.
Wie die APA berichtete, habe aus diesem Grund ein Gespräch zwischen dem Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz (FPÖ), dem Staatssekretär im Innenministerium Jörg Leichtfried (SPÖ) und DSN-Chefin Sylvia Maier stattgefunden. Danach vermeldete Rosenkranz, dass kein einziger parlamentarischer Mitarbeiter unter Staatsschutz-Beobachtung stehen würde.
Aus dem Innenministerium hieß es dazu, dass mindestens vier ehemalige Aktivisten der Identitären Bewegung Österreich als parlamentarische Mitarbeitende tätig seien. Daher bestehe aus Sicht des Verfassungsschutzes zumindest ein Sicherheitsrisiko.
In seiner Aussendung betonte Hafenecker weiter, dass der ORF zu einem "Skandalhaufen" und einem "Sündenpfuhl" verkommen sei. Er forderte eine "grundlegende Reform, die Entpolitisierung der Gremien und ein Ende der Zwangsfinanzierung". Die Freiheitlichen wollen "diesen Stall endlich auszumisten", so der FPÖ-General.
Schon zuvor hatte FPÖ-EU-Delegationsleiter Harald Vilimsky auf die Aussagen Wolfs reagiert. Er bezeichnete diese als "allerunterste Schublade". Zudem legte der Freiheitliche mit einer weiteren Spitze gegen den öffentlich-rechtlichen Sender nach: "Keinen Cent mehr für diesen Propagandasender am Schnee- und Karnickelberg!"