Wie sieht der Finanzplan der Regierung für die kommenden beiden Jahre aus? Dieses Geheimnis lüftet Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) am Mittwoch. Da will er in einer rund 75-minütigen Rede im Nationalrat das Doppelbudget präsentieren.
Immerhin 5,1 Milliarden Euro sollen laut Regierung insgesamt eingespart werden. "Unique Research" fragte für "Heute" 500 Österreicher ab 16 Jahren, welche Auswirkungen sie sich durch diesen Sparkurs erwarten (Befragungszeitraum 1. bis 3. Juni, maximale Schwankungsbreite ±4,4 Prozent). Die Ergebnisse überraschen.
Demnach rechnen 33 Prozent der Österreicher mit merklichen Belastungen. Acht Prozent glauben, dass die Auswirkungen für sie nur schwer stemmbar sein werden, fünf Prozent rechnen damit, dass sie die Folgen überhaupt nicht stemmen können.
"Spürbar, aber noch in Ordnung" nennen 27 Prozent die Auswirkungen des Budgets. Immerhin neun Prozent sind optimistisch und glauben, dass sie die Sparmaßnahmen kaum bis gar nicht spüren werden.
Immerhin 19 Prozent machten zu dieser Frage keine Angabe. Sie sollten spätestens nach Marterbauers Rede eine ungefähre Vorstellung über die finanziellen Folgen für sie haben.
Je nach Parteipräferenz ergeben sich deutliche Unterschiede. So gehen gleich 64 Prozent der ÖVP-Wähler von geringen bis kar keinen Auswirkungen für sich aus. Nur vier Prozent befürchten Schlimmes. Anhänger des Koalitionspartners SPÖ sind zu 54 Prozent optimistisch und zu sechs Prozent pessimistisch.
Auch die Fans der kleinsten Regierungspartei Neos nehmen’s eher gelassen. 38 Prozent Optimisten stehen acht Prozent Pessimisten gegenüber.
Überraschend ist das Ergebnis auch bei den Grün-Wählern. Denn 44 Prozent von ihnen glauben an keine Belastungen durch das Doppelbudget. Kein einziger (!) Fan der Ökopartei rechnet damit, die Auswirkungen nicht stemmen zu können.
Wenig überraschend dafür die Antworten der FPÖ-Anhänger. Fünf Prozent rechnen nicht mit finanziellen Auswirkungen, 17 Prozent glauben an Maßnahmen, die für sie "spürbar, aber noch in Ordnung" sind. Sowohl bei jenen, die mit schweren negativen Folgen oder mit gar nicht mehr stemmbaren Belastungen rechnen, ist der Anteil mit 14 bzw. acht Prozent in dieser Gruppe jeweils am höchsten.
„Die Bevölkerung befindet sich derzeit in einer Art Wartehaltung.“Peter HajekMeinungsforscher und Politik-Experte
Auffallend: Männer sind bei dieser Frage deutlich optimistischer als Frauen. Allerdings ist bei weiblichen Befragten der "Keine Angabe"-Anteil mit 27 Prozent so hoch wie in keiner anderen Bevölkerungsgruppe.
Ein weiterer Trend, der sich aus den Zahlen eindeutig ablesen lässt: Mit zunehmendem Alter der Befragten steigt die Zahl jener, die keine oder nur geringe Belastungen erwarten. Für nicht mehr stemmbar dagegen halten fünf Prozent der 16-bis 29-Jährigen die Auswirkungen. Bei Befragten zwischen 30 und 59 Jahren sind es sechs Prozent, bei Personen ab 60 Jahren nur drei Prozent.
Wenig überraschend ist dagegen, dass Befragte mit Matura der Budgetrede am Mittwoch deutlich gelassener entgegensehen als Personen mit geringerer Bildung.
Und wie beurteilt Meinungsforscher und Politik-Experte Peter Hajek diese Ergebnisse? "Die Bevölkerung befindet sich derzeit in einer Art Wartehaltung", sagt er im Gespräch mit "Heute". "Rund jeder fünfte Befragte kann zu dieser Frage – noch – keine Angabe machen."
Insgesamt hielten sich die Sorgen der Österreicher hinsichtlich finanzieller Belastungen jedoch in Grenzen, so Hajek: "Lediglich 13 Prozent geben an, die Einsparungen kaum bewältigen zu können, während sich der überwiegende Teil der Befragten gelassen zeigt."