Caritas und Volkshilfe haben am Dienstag, eine Woche vor der Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ), einmal mehr vor weiteren Belastungen, insbesondere für Frauen und Kinder, gewarnt. Es würden bereits jetzt viele Menschen trotz Sozialhilfe "kaum über die Runden" kommen.
"In einer Woche präsentiert die Bundesregierung das Budget, gleichzeitig wird über Einschnitte in der Sozialhilfe verhandelt. Das bereitet uns große Sorge", sagte Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger.
Frauen und Kinder würden ein besonders hohes Armutsrisiko tragen und "drohen durch die aktuellen Spar- und Budgetpläne noch stärker unter Druck zu geraten", so Tödtling-Musenbichler. Fenninger betonte die hohe Zahl an armutsbetroffenen Kindern: "Wir reden über 24 Prozent."
Tödtling-Musenbichler sagte: "Armut ist Realität in Österreich." Das würden auch die offiziellen Zahlen zeigen: 18,6 Prozent der Menschen in Österreich seien armuts- oder ausgrenzungsgefährdet, das sei der "höchste Wert seit Beginn der Erhebungen".
Caritas und Volkshilfe erneuerten ihre bereits Ende März aufgestellte Forderung nach einem "verpflichtenden Armutscheck für alle Budgetmaßnahmen". Es brauche eine "armutsfeste Sozialhilfe mit bundesweiten Mindeststandards", die Menschen in Krisen tatsächlich absichert. Gefordert wurden außerdem eine "armutsfeste Kindergrundsicherung" sowie die Anpassung von Familienleistungen an die Inflation.