Hitzige TV-Diskussion

Haushaltsabgabe, Sparkurs – im ORF fliegen die Fetzen

Am Donnerstag wird die neue ORF-Spitze gewählt. In einer Elefantenrunde gingen die Kandidaten hart ins Gericht und stellten ihre Pläne vor.
Heute Politik
09.06.2026, 11:00
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Der ORF-Showdown spitzt sich zu: Am 11. Juni wird entschieden, wer den Öffentlich-Rechtlichen ab 2027 führen soll. Im Rennen sind sieben Kandidatinnen und Kandidaten: Ex-ServusTV-Chefredakteur Robert Altenburger, Puls4-Gründer Markus Breitenecker, Ex-HBO- und Hulu-Manager Johannes Larcher, die frühere APA-Spitze Clemens Pig, Exxpress-Herausgeberin Eva Schütz sowie die beiden ORF-Managerinnen Lisa Totzauer und Kathrin Zierhut-Kunz.

FPÖ-Stiftungsrat gerät mit Favorit aneinander

Am Montagabend stellte sich das Bewerberfeld in der Sendung "ORF-Wahl 26: Vor der Entscheidung" den Fragen von Mitarbeitern, Publikum und stimmberechtigten Stiftungsräten. Der Befund fiel bei allen gleich aus: Der ORF hat mehrere Probleme und muss reformiert werden. Außerdem müssten Skirennen, Dancing Stars und Opern im Hauptabend weiterhin übertragen werden.

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Der favorisierte Ex-APA-Chef Clemens Pig betonte, als unabhängiger Kandidat ins Rennen zu gehen. Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler zweifelte dies an und konfrontierte Pig mit Gegenargumenten. "Ich kandidiere für den ORF und ganz bestimmt nicht für eine Partei", konterte der ehemalige APA-Chef.

Laut Pig müsste der ORF künftig ein Ort bleiben, dem man vertrauen könne. Er äußerte sich kritisch zur digitalen Welt, die aus seiner Sicht von Polarisierung geprägt sei. "Wir holen uns das Internet ein Stück weit zurück, für unsere Kinder, und bauen gemeinsam den ORF von morgen."

Debatte um Haushaltsabgabe

Zentrales Thema der Diskussion war die ORF-Haushaltsabgabe. Ihre Einführung sei "schlecht gemanagt" worden, sagte Ex-HBO- und Hulu-Manager Larcher. Um den schwindenden Rückhalt in der Bevölkerung zu stoppen, kündigte er für den Fall seiner Wahl einen harten Kurs an: "Ich werde mit den Missständen aufräumen." Zudem wolle er einen "über jeden Verdacht erhabenen" Infochef installieren und "mehr Produktivität fordern".

Exxpress-Herausgeberin Schütz stellte eine umfassende Reform des ORF in den Mittelpunkt ihrer Bewerbung. Sie wolle den ORF als Generaldirektorin "reformieren, sonst kann es sein, dass wir ihn nicht mehr lange haben". Zur Bestätigung ihres Reformkurses verwies sie auf Umfragen aus dem Jahr 2024, wonach 63 Prozent der Österreicher die Haushaltsabgabe nicht für gerechtfertigt hielten.

Massive Einsparungen

Ebenfalls diskutiert wurde der künftige Sparkurs des ORF. Die Regierung will bekanntlich die Mittel, die der ORF aus dem Bundesbudget als Kompensation für den Wegfall des Vorsteuerabzugs bekommt, streichen. Bis auf Schütz würden alle Kandidaten gegen dieses Vorhaben klagen.

Die angepeilten Einsparungen von 80 bis 90 Millionen Euro seien laut Zierhut-Kunz "mit reinen Strukturmaßnahmen nicht zu erreichen". Larcher bekräftigte zwar sein Ziel, "100 Millionen Euro im Budget einzusparen, ohne das Angebot zu kürzen". Eine derart hohe zusätzliche Sparleistung lasse sich jedoch nicht "über Nacht" umsetzen.

Pig betonte, zuerst bei der Führung einsparen zu wollen, auch im Bereich der Gehaltspyramide werde sich der ORF "neu aufstellen müssen“. Altenburger sprach sich dafür aus, zwischen ORF1, ORF2 und ORF3 Synergien zu schaffen: "Man muss mit dem Geld vernünftiger und produktiver haushalten."

{title && {title} } pol, {title && {title} } 09.06.2026, 11:00
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