"Nicht gegen die Wand fahren"

Nach SPÖ-Rochade – Zeiler meldet sich mit Ansage

Gerhard Zeiler meldet sich nach der angekündigten Neuaufstellung der SPÖ zu Wort. Er macht klar, dass er weiter beim Kurs der Partei mitreden will.
Heute Politik
07.10.2026, 17:58
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Medienmanager Gerhard Zeiler meldet sich nach der angekündigten Neuaufstellung der SPÖ erneut zu Wort. Der 71-Jährige gratuliert Markus Marterbauer zwar, macht zugleich aber klar, dass er sich weiter in die Debatte über den Kurs der Partei einmischen will.

Erst am Dienstag hatte Zeiler mit einem kryptischen Wahlkampfvideo für Aufmerksamkeit gesorgt. Einen Tag später legte er mit einer weiteren Videobotschaft nach und äußerte sich erstmals zur geplanten Personalrochade an der SPÖ-Spitze.

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Mit seiner Ankündigung, für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen, sei es ihm darum gegangen, "einen Erneuerungsprozess für die SPÖ einzuleiten, weil der bisherige Kurs Österreich und die Sozialdemokratie in die falsche Richtung geführt hat."

Die Entscheidung der Parteispitze für Marterbauer wertet Zeiler als Reaktion darauf. "Ich wünsche Markus Marterbauer erstens ein schnelles Gesundwerden, denn Gesundheit ist das Wichtigste im Leben und zweitens viel Glück, wenn er die SPÖ übernimmt", so Zeiler.

"Werde es mir nicht nehmen lassen"

Gleichzeitig kündigt der Medienmanager an, sich weiterhin öffentlich zum Kurs der Sozialdemokraten zu äußern. "Ich werde es mir nicht nehmen lassen, beständig auf die notwendigen Lösungen hinzuweisen, die Österreich und die SPÖ benötigen, damit wir nicht gegen die Wand fahren, damit Österreich auch in Zukunft ein erfolgreiches, soziales und gerechtes Land bleibt."

Dafür brauche es nach Ansicht Zeilers Mut und neue Ideen. "Und diese neuen Ideen werden Sie von mir in den nächsten Wochen und Monaten hören."

Ob Zeiler beim Bundesparteitag im Frühjahr 2027 tatsächlich gegen Marterbauer für den Parteivorsitz antreten wird, geht aus seinen Aussagen nicht hervor.

Streit um Wirtschaftskompetenz

Zwischen Zeiler und Marterbauer hatte es bereits zuvor unterschiedliche Einschätzungen gegeben. Zeiler warf dem Finanzminister mangelnde Wirtschaftskompetenz vor. Marterbauer hielt dagegen: "Die SPÖ ist die Partei, die die höchste Wirtschaftskompetenz hat".

Auch Zeilers Vorstoß um den Parteivorsitz kritisierte Marterbauer zuletzt in der "ZiB 2". "Damit schadet er der SPÖ. Ich weiß auch nicht, warum er jetzt einen Wechsel vorbringt, ich verstehe auch die inhaltliche Argumentation nicht", so Marterbauer.

SPÖ sieht "Kapitel Zeiler" als beendet

Zeiler hatte Ende September angekündigt, für den SPÖ-Vorsitz kandidieren und Andreas Babler ablösen zu wollen. Daraufhin entbrannte innerhalb der Partei eine Debatte über die Führung und die Statuten.

Die SPÖ-Spitze erteilte einer Übernahme durch Zeiler zuletzt jedoch eine klare Absage. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim erklärte nach den parteiinternen Beratungen: "Niemand ist der Meinung, dass er die Partei übernehmen soll. Ich denke, dass das Kapitel damit beendet ist", stellt der SPÖ-Politiker klar.

Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig äußerte sich zu einem möglichen Antreten Zeilers: "Das obliegt ihm natürlich als Person. Nach den gestrigen Gesprächen halte ich das allerdings nicht für zweckmäßig. Es hat hier keine sehr starke Stimmung gegeben, die ihn unterstützen würde auf diesem Weg."

pol,07.10.2026, 17:58