Chaos-Tage in der SPÖ. Nach langwierigen Diskussionen der Parteigranden ist seit Sonntag klar, dass der Noch-Parteivorsitzende Andreas Babler ein Ablaufdatum hat. Mit Jahresende soll er seine Funktionen als Parteichef und Vizekanzler zurücklegen. Sollte es der Gesundheitszustand von Finanzminister Markus Marterbauer zulassen, so wird er das Amt des Vizekanzlers übernehmen. Wer die SPÖ künftig anführen wird, ist aber völlig offen.
Mit Philip Kucher und Eva-Maria Holzleitner wurde Babler nun ein geschäftsführendes Duo an die Seite gestellt, die diesen Prozess begleiten sollen. Das neue starke Duo in der SPÖ bezog am Dienstag erstmals Stellung und legte nun den Fahrplan für die kommenden Wochen vor.
Das Duo bedankt sich in einem gemeinsam verfassten Brief beim scheidenden Parteichef. Babler habe in "schwierigen Zeiten" Verantwortung übernommen und die SPÖ wieder in eine Regierung geführt. Sie machen aber auch klar, dass niemand mit dem Status quo der Partei zufrieden sein könne. Auch auf die zuletzt gelebte Diskussionskultur könne man nicht stolz sein.
Dann zeichnen die Frauenvorsitzende und der Klubchef den weiteren Weg. Am Donnerstag werden die zuständigen SPÖ-Gremien die beiden bis zum Parteitag im Frühjahr 2027 mit der interimistischen geschäftsführenden Leitung der Partei betrauen. So sei sichergestellt, dass die Regierung handlungsfähig bleibe.
Wer wird die SPÖ in Zukunft anführen? Eine Frage, die nicht "heute entschieden" werden müsse. Für die beiden ist aber klar: "Wir beide werden im Frühjahr am Parteitag nicht kandidieren". "Unsere Aufgabe ist es, die kommenden Monate zu gestalten, zusammenzuführen und die Voraussetzungen für eine gute Entscheidung am Parteitag zu schaffen." Erklärtes Ziel: Die Partei zusammenzuführen und "Brücken zu bauen".