Die SPÖ will mit einer Dreierspitze bis Jahresende Ruhe in ihre Führungsdebatte bringen. Andreas Babler stehen dabei Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher zur Seite. Für Politikberater Thomas Hofer ist die Krise damit allerdings keineswegs ausgestanden.
In der ZiB2 bei Armin Wolf zeigte sich Hofer deutlich skeptischer als die SPÖ-Landeschefs nach der Einigung am Sonntag. Vor allem zwischen dem Bild innerhalb der Partei und jenem in der Öffentlichkeit sieht er einen großen Unterschied.
"Besonders groß ist die Diskrepanz zwischen Außen- und Innenwahrnehmung", betont der Politikberater im Gespräch mit Wolf.
Während die SPÖ nach innen Geschlossenheit demonstriere, sei die Wahrnehmung nach außen aus Hofers Sicht desaströs. Babler habe den Eindruck vermittelt, an seinem Ministeramt festhalten zu wollen.
Hofer beschreibt den Eindruck, der aus seiner Sicht in der Öffentlichkeit entstanden sei, so: "Es gibt ganz offensichtlich niemanden mehr, der diese marode Partei übernehmen will. Das sei ein Armutszeugnis für eine staatstragende Partei".
Dass die Debatte um Babler ausschließlich durch den Boulevard ausgelöst worden sei, lässt Hofer nicht gelten. Dieser habe die Krise der SPÖ zwar gezielt genutzt, um gegen Babler Stimmung zu machen. Als Hintergrund dafür sieht Hofer Bablers Pläne als Medienminister für eine Reform der Medienförderung.
Für den Politikberater ist das aber nur ein Teil der Erklärung. Die SPÖ befinde sich auch in einer schweren inhaltlichen Krise.
Kritisch sieht Hofer zudem, dass es für Markus Marterbauer keinen Plan B gebe, sollte der an Krebs erkrankte Finanzminister nicht schnell genug gesund werden.
"Die Zukunft der Partei ist nicht Gerhard Zeiler, sondern ein krebskranker Finanzminister", konstatiert Hofer.
Nach der Einigung vom Sonntag sieht der Politikberater derzeit auch keine andere Person, die die Führung übernehmen wolle. "Wie es weitergeht, wenn der Finanzminister nicht rasch genug gesund wird, ist daher völlig offen."
Auch Gerhard Zeiler ist für Hofer noch nicht endgültig aus dem Rennen. Er könne weiterhin einen Mitgliederentscheid anstoßen.
Eine schnelle Beruhigung der Führungsdebatte erwartet Hofer daher nicht. Sein Fazit: "Das Leiden der SPÖ ist jetzt noch nicht vorbei."