Sexualisierte KI-Deepfakes treffen auch zahlreiche Frauen im EU-Parlament. Eine neue Studie der Agora Digitale Transformation identifizierte 50 weitere betroffene Abgeordnete – 46 davon sind Frauen.
Die Untersuchung zeigt erstmals systematisch, wie stark Mitglieder des EU-Parlaments von KI-generierter sexualisierter Gewalt betroffen sind. Zuvor waren bereits 147 Fälle bei Abgeordneten nationaler Parlamente veröffentlicht worden.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Nun kommen 50 Mitglieder des Europäischen Parlaments hinzu. 46 der Betroffenen sind Frauen. Damit ist laut Studie mittlerweile etwa jede sechste weibliche EU-Abgeordnete betroffen.
Die Grünen erhöhen deshalb den Druck auf die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten. In einem von der Ko-Vorsitzenden Terry Reintke und der EU-Abgeordneten Lena Schilling initiierten Brief wird ein konsequentes Vorgehen gegen sexualisierte KI-Deepfakes gefordert. Unterstützt wird die Initiative auch von den Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten, Liberalen und Linken.
Besonders drastisch schildert Schilling die Dimension der Fälle. Die österreichische Grünen-Abgeordnete gehört nach eigenen Angaben selbst zu den Betroffenen.
"Fast jede sechste Frau im EU-Parlament ist von dieser Form digitaler Gewalt betroffen. Ohne ihr Wissen, ohne ihre Zustimmung werden KI-generierte Nacktbilder von ihr erstellt und verbreitet oder ihre Fotos mit einem 'Undress her' Nudifier-Button versehen. Genau das ist 50 Abgeordneten dieses Parlaments passiert, 46 davon sind Frauen. Ich bin eine von ihnen.
Die Gewalt ist alt, der Modus ist neu. Es geht darum, Frauen zu demütigen, einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Ich will in einer Welt leben, in der Frauen in die Politik gehen, sichtbar sind und ihre Stimme erheben können, ohne Angst vor sexualisierter Gewalt haben zu müssen. Was wir heute akzeptieren, müssen vielleicht morgen unsere Töchter ertragen."
Die Grünen/EFA-Fraktion fordert nun, das Verbot sogenannter Nudifier-Apps ab dem 2. Dezember 2026 konsequent durchzusetzen. Auch EU-Kommission und Mitgliedstaaten werden in dem Schreiben dazu aufgefordert, gegen sexualisierte KI-Deepfakes vorzugehen.
Darüber hinaus verlangt die Fraktion weitere Maßnahmen gegen die Erstellung und Verbreitung nicht einvernehmlicher sexualisierter KI-Inhalte. Dazu gehören klar geregelte Zuständigkeiten und ausreichend ausgestattete Behörden.
Gefordert werden außerdem eine konsequente Anwendung des Digital Services Act, verbindliche Schutzmaßnahmen bei KI-Unternehmen sowie eine rasche Umsetzung der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.