Die SPÖ hat künftig drei Vorsitzende: Wie ausführlich berichtet, werden Andreas Babler bis zum Jahresende Klubchef Kucher und Frauen-Vorsitzende Holzleitner als "Aufpasser" zur Seite gestellt.
Erst dann will der Erfolglos-Vorsitzende das Amt gänzlich abtreten. Niederösterreichs mächtige Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) zeigt sich vom SPÖ-internen Selbstzerfleischungstrip unbeeindruckt, mahnt von der Bundesregierung aber Tempo ein. Mikl-Leitner am Dienstag über:
"SPÖ-interne Personaldebatten interessieren mich nicht. Ob es jetzt einen oder fünf Parteichefs gibt, das ist für mich nicht wichtig."
"Mich interessiert, dass alles dafür getan wird, dass der Wirtschaftsmotor wieder ins Laufen kommt. Und da muss die SPÖ-Spitze beweisen, dass sie handlungs- und arbeitsfähig ist. Ein Stillstand kommt jedenfalls nicht in Frage."
"In der Sozialdemokratie gibt es eine lange Tradition, dass eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik die beste Sozialpolitik ist. Das war immer die Grundlage für den erfolgreichen Weg Österreichs, der von der SPÖ wesentlich mitgeprägt wurde. Wenn ich an Größen der Sozialdemokratie denke, wie an Hannes Androsch. Oder den ehemaligen SPÖ-Bundeskanzler Franz Vranitzky. Dr. Vranitzky hat am Wochenende in einem seiner seltenen Interviews gesagt: Es genügt nicht, sich an die Erfolge der Vergangenheit zu erinnern und damit zufrieden zu sein. Man muss die Herausforderungen der heutigen Zeit aktiv angehen. Da spricht ein weiser Mensch."
"Auch in der heutigen Zeit muss jedem klar sein, dass nur ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort die gutbezahlten Arbeitsplätze sichert und schafft, die wir in unserem Land haben wollen. Und dass Wohlstand erst erwirtschaftet werden muss, bevor man etwas davon verteilen kann. Dieser Zugang hat Österreich groß gemacht, und das muss auch heute der Zugang sein. Das ist einzig und allein eine Frage der Vernunft."
"Bundeskanzler Stocker ist der stabilisierende Faktor, der dafür sorgen wird, dass in der Bundesregierung und damit im Land etwas weitergeht. Es sind schon wichtige Maßnahmen gesetzt worden, wie der Industriestrompreis und die Spritpreisbremse. Aber das muss jetzt mit Tempo so weitergehen."