Die Europäische Union macht Ernst: Spätestens ab 1. November 2027 soll kein Erdgas mehr über russische Pipelines nach Europa fließen - so sieht es eine Einigung zwischen den Mitgliedstaaten und dem Europaparlament vor. Damit reagiert die EU auf den andauernden Krieg in der Ukraine und will sich langfristig von russischer Energie lösen.
"Europa zieht endlich einen klaren Schlussstrich unter Wladimir Putins energiepolitische Erpressung", so Lena Schilling (24) zum geplanten Gas-Stopp. Dieser Ausstieg sei "längst überfällig" gewesen, denn "viel zu lange haben wir die Kriegskassen des Kremls weiterhin mit unserem Gasgeld gefüllt", sagt Schilling.
"Allen Stimmen, die noch immer nach russischem Gas rufen, hat die EU einen gesetzlichen Riegel vorgeschoben. Nie wieder dürfen wir uns in die fossilen Fänge Russlands begeben. Jetzt ist damit endlich und dauerhaft Schluss", so Schilling.
Mit ihrer Einigung sende die EU zudem "ein klares Signal: Unsere Solidarität mit der Ukraine ist nicht verhandelbar, und unsere Energiezukunft gehört nicht länger russischen Autokraten", so die EU-Abgeordnete.
Der beschlossene Importstopp gilt für alle langfristigen Verträge mit Russland. Lediglich Binnenländer dürfen sich noch kurze Zeit länger versorgen: Sie bekommen eine Übergangsfrist von zwei Monaten, um kurzfristige Lieferungen aus Russland abzuwickeln.
Doch auch für Flüssigerdgas (LNG) wird die Tür bald zugeschlagen - schon ab Jänner 2027 soll ein Importverbot gelten, das Teil des geplanten 19. EU-Sanktionspakets ist.
Rechtlich soll der Gas-Stopp über das europäische Handels- und Energierecht abgesichert werden. Die EU-Kommission hatte bereits im Juni entsprechende Vorschläge vorgelegt. Die politische Einigung ist nun da - fix ist das Vorhaben aber noch nicht. Sowohl das EU-Parlament als auch der Rat der Mitgliedstaaten müssen dem Deal noch offiziell zustimmen.