Nur zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt wurde ein ukrainischer Zug, der von Kiew nach Warschau unterwegs war, von Russland beschossen. Da die Besatzung bereits zuvor von einer Monitoring-Gruppe gewarnt wurde, konnten alle Personen rechtzeitig evakuiert werden.
In der Nacht auf Sonntag geriet vor allem der Westen der Ukraine stark unter Beschuss. Laut der ukrainischen Luftwaffe habe Moskau 453 Drohnen und mehrere Marschflugkörper eingesetzt. Ziel waren unter anderem zentrale Handels- und Versorgungsrouten zwischen der EU und der Ukraine um den Grenzübergang Jahodyn–Dorohusk herum.
So geriet nach "SPIEGEL"-Informationen auch ein gecharterter Sonderzug in den Gefahrenbereich. An Bord hätten sich der außen- und sicherheitspolitische Berater des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, Günter Sautter und der britische Ex-Premier Boris Johnson befunden. Sie seien zuvor für Gespräche zu Friedensverhandlungen in Kiew gewesen.
Laut dem Bericht sei der Zug teilweise evakuiert worden. Wie die "Bild" unter Berufung auf das polnische Zentrum für Sicherheit berichtet, wurde in dem NATO-Land wegen der Angriffe Luftalarm ausgelöst. Auch Mitarbeiter des estnischen Außenministers Margus Tsahkna seien am Grenzübergang festgesessen. Tsahkna warnte davor, dass Russland mit seinen Angriffen immer näher an die EU und NATO heranrücken würde.
Dem schloss sich auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha an. Ihm zufolge würde "Putins Terror" nun "an die Türen von EU und NATO" klopfen. Er forderte den Westen daher zu härteren Maßnahmen gegen Moskau auf. Als Beispiele nannte Sybiha ein vollständiges Handelsembargo, weitreichende Einreiseverbote und umfassende Sanktionen gegen Russlands Kriegswirtschaft.