Am Dienstag, dem 11. November, um 19:00 Uhr versammeln sich am Wiener Hauptbahnhof Demonstranten in Schlafanzügen, mit Kissen und Kuscheltieren. Was auf den ersten Blick lustig aussieht, ist jedoch eine ernste Protestaktion. Das zentrale Thema: die Streichung der internationalen Nachtzüge von Paris nach Wien beziehungsweise nach Berlin. Organisiert wird sie vom Kollektiv „Ja zum Nachtzug” („Oui au train de nuit”).
Die internationalen Nachtzüge Paris–Wien und Paris–Berlin beförderten laut dem Kollektiv „Ja zum Nachtzug” im Jahr 2024 rund 66.000 Fahrgäste – nun sollen sie eingestellt werden, da die Subventionen seitens der Regierung gestrichen werden könnten. Der Grund: eine geplatzte Vereinbarung. Der Betreiber der Züge hatte sich verpflichtet, eine tägliche Verbindung einzurichten, kam dieser Verpflichtung jedoch nie nach – die Züge verkehren derzeit nur an drei Wochentagen.
In einer Petition und mit einer Demonstration am Wiener Hauptbahnhof will das Kollektiv "Ja zum Nachtzug" nun gegen die Streichung vorgehen. Die französische Bahngesellschaft SNCF, die den Nachtzug gemeinsam mit der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) und der Deutschen Bahn (DB) betreibt, verkauft auf ihrer Webseite SNCF Connect keine Fahrkarten. "Enthusiasmus seitens der SNCF, diese Züge (weiter) zu betreiben, sieht anders aus", findet das Kollektiv.
Es sei inakzeptabel, dass die einzigen beiden internationalen Nachtzüge, die Frankreich ganzjährig bedienen, eingestellt werden. Alle Beteiligten hätten Handlungsspielraum und könnten einen Beitrag zur echten Wiederbelebung internationaler Nachtzüge leisten.
In einer Petition werden nun Unterstützer gesammelt, gefordert wird:
➤dass die Betreiber SNCF, ÖBB und DB das angekündigte Angebot mit zwei täglichen Nachtzügen zwischen Berlin und Paris sowie Wien und Paris vollständig umsetzen.
➤ dass die französische Regierung diese Züge weiterhin subventioniert, auch wenn dies eine Neuverhandlung der Höhe der Subventionen erfordert, im Gegenzug verpflichten sie die Betreiber, den Zug täglich zu betreiben.
➤ dass die EU Subventionen für internationale Züge transparenter vergeben werden, zumindest so lange Kerosin für Flugzeuge steuerbefreit ist.