Wien

Pyro-Fanatiker drohen mit "Bombardierung von Wien"

Wien wird "brennen", Wien wird "bombardiert", "Ukrainer sollen sich zuhause fühlen" – auf TikTok drohen Fanatiker in Wien mit einem Pyrotechnik-Krieg.

Rene Findenig
Pyro-Fanatiker wollen Wien bombardieren, damit sich geflüchtete Ukrainer "wie zu Hause fühlen".
Pyro-Fanatiker wollen Wien bombardieren, damit sich geflüchtete Ukrainer "wie zu Hause fühlen".
Starpix / picturedesk.com

Erlebt Wien wieder eine Chaos-Nacht wie die Silvesternacht 2020 auf 2021? Damals sorgten Böller-Chaoten trotz Ausgangssperre und Lockdown in der Silvesternacht für Chaos in der Bundeshauptstadt. Eine Gruppe von rund 20 bis 30 Personen ließ sich nicht davon abhalten, illegale Pyrotechnik abzufeuern. Mehrere Geschosse sorgten für zerborstene Fensterscheiben und zerstörte Fensterscheiben von umliegenden Balkonen und Wohnungen, auch Feuer brachen aus. 

In Linz kam es dagegen Ende Oktober 2022 im Zuge von Halloween-Feiern zu verheerenden Randalenso wappnet sich die Polizei nach den Krawallen auf Silvester. Der Hass einiger Menschen auf Polizisten zeigte sich nicht nur in physischen Auseinandersetzungen, sondern auch in angezündeten Streifenwagen. Nun soll aber wieder Wien im Fokus stehen, und im Internet ist von Krieg, Schlachten, Bombardierungen und Zerstörungen die Rede.

"Ich schwöre sogar Polizei wird zu wenige geben"

Fakt ist: Schon seit Tagen detonieren immer wieder heftige Böller in Wien. Auf der App TikTok kündigen dabei unbekannte Pyro-Fanatiker Dinge wie "an Silvester wird Wien einfach bombardiert" und "ich schwöre sogar Polizei wird zu wenige geben" an. Unfassbar: Dutzende Kommentatoren feiern die Ankündigen wild ab, sagen ihre Teilnahme zu und hetzen gegen andere Bürger und Flüchtlinge. "Sie sagten doch, Ukrainer sollen sich hier wie zu Hause fühlen", so einer der ekelhaften Kommentare.

Auch "Favoriten Athena" wird beschworen – wir erinnern uns: Rund 200 vorwiegend junge Männer attackierten zu Halloween in Linz erst Passanten, lieferten sich dann eine Straßenschlacht mit der Polizei. Was wie ein spontaner Gewaltexzess anmutete, war aber offenbar von langer Hand geplant. Darauf deuteten TikTok-Videos aus der Halloween-Nacht hin. So riefen mehrere Nutzer auf, aus Linz ein "Athena 2.0" zu machen. 

"Mal sehen, wo mehr Nachrichten sind, Linz oder Wien"

Der Begriff "Athena 2.0" nimmt dabei auf den Netflix-Film "Athena" Bezug. In diesem wird ein erst 13-Jähriger in einem Vorort von Paris totgeprügelt, was seinen Bruder dazu bringt, die Hochhaus-Siedlung "Athena" in eine Festung zu verwandeln, während auf der Straße Schlachten zwischen Polizei und Jugendlichen toben. "Mal sehen, wo mehr Nachrichten sind, Linz oder Wien", stacheln sich nun die Ersteller der Videos gegenseitig auf. Von der Polizei heißt es indes, alle Aktivitäten und Aufrufe auch im Netz würden überprüft.

Übrigens: Im Fall der Linzer Ausschreitungen wurden drei Verdächtige – 17, 19 und 21 Jahre alt – ausgeforscht. Der Jüngste ist laut Polizei geständig, auf Social Media zu den Krawallen aufgerufen zu haben. Er habe sich "wichtig machen" wollen und befindet sich auf freiem Fuß. Die beiden anderen mutmaßlichen Drahtzieher sind in Untersuchungshaft. Der 17-Jährige, der in einem TikTok-Video zu den Randalen angestiftet haben soll, wohnt im Mühlviertel. Beim 19-Jährigen handelt es sich um einen bereits vorbestraften spanischen Staatsbürger.

Zahlreiche Ausforschungen nach Randale-Aufrufen

Er wird verdächtigt, Beamte mit pyrotechnischen Gegenständen und Steinen beworfen zu haben. Außerdem soll er die Steine in der Menge auch ausgeteilt und andere zum Werfen angestiftet haben. Der 21-jährige syrische Asylwerber soll zahlreiche Personen aufgefordert haben, gegen die Polizei vorzugehen.

Er war der mutmaßliche Anführer einer Gruppe, die pyrotechnische Gegenstände auf die Beamten warf. Insgesamt 129 Personen mit 20 verschiedenen Nationalitäten wurden einvernommen. Bei den drei Hauptverdächtigen fanden Hausdurchsuchungen statt. Laut Polizei sind zudem 20 Personen im inneren Kreis "soweit identifiziert". Dazu kommen aber noch weitere Beteiligte, deren Identität aber vorerst nicht feststeht. 

    Vor einem Feuerwerks-Geschäft verschwand der Gehsteig förmlich, denn:
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