Das Schicksal des geschwächten Buckelwals in der Ostsee bewegt weiterhin die Öffentlichkeit und Fachwelt. Nachdem das Tier mehrfach auf Sandbänken vor der Ostseeküste bei Wismar strandete konnte es sich Montagabend endlich selbst freischwimmen. Nun fehlt jedoch jede Spur. Experten warnen: Die kommenden Tage könnten über Leben und Tod entscheiden.
Der Wal, der seit Anfang März immer wieder vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesichtet wurde, ist stark geschwächt. Beobachter berichteten von einem zunehmend schlechten Zustand, während unklar blieb, ob das Tier noch ausreichend Nahrung aufnehmen kann oder bereits schwer verletzt ist.
Für zusätzliche Diskussion sorgte zuletzt ein umstrittener Vorschlag des Meeresbiologen Robert Marc Lehmann. Er bringt einen riskanten Rettungsplan ins Spiel: Sollte der Wal erneut stranden, könnten Taucher versuchen, mögliche Netzreste aus dem Maul des Tieres zu entfernen.
Diese könnten das Öffnen des Mauls behindern und damit die Nahrungsaufnahme verhindern – mit tödlichen Folgen. Er selbst habe ein Stück aus seinem Maul ziehen können, berichtet Lehmann auf Instagram.
„Wochenlanges qualvolles Leiden bis in den schrecklichsten Tod.“
Der Plan ist jedoch hochgefährlich. Um an die vermuteten Fremdkörper zu gelangen, müsste das Maul des Wals künstlich offen gehalten werden – ein Eingriff, der für die Helfer lebensbedrohlich sein kann. Lehmann selbst räumt ein, dass nicht einmal sicher ist, ob sich tatsächlich Netzreste im Maul befinden. Dennoch hält er den Eingriff für möglicherweise entscheidend: Ohne ihn drohe dem Tier "wochenlanges qualvolles Leiden bis in den schrecklichsten Tod", so der Biologe.