Der Fund des schwer verletzten Hundemädchens "Mila" im Votivpark am Alsergrund hat viele Menschen in Wien tief betroffen gemacht ("Heute" berichtete). Die Anteilnahme ist groß, das Entsetzen über das Schicksal der kleinen Hündin ebenso. Jetzt hat die Bezirksvorstehung Alsergrund Mila im TierQuarTier Wien besucht und freilich auch nicht auf Geschenke vergessen.
Mit einem Bollerwagen voller Futter und Leckerlis für Welpen ist der stellvertretende Bezirksvorsteher des 9. Bezirks, Christian Sapetschnig, in den 22. Bezirk gefahren.
„Der Fund dieses schwer verletzten Welpen bei uns im Bezirk hat uns alle tief erschüttert. Es ist unfassbar, dass einem so jungen Tier so etwas widerfahren ist. Umso wichtiger ist es, dass Mila nun bestmöglich versorgt wird“Christian SapetschnigBezirksvorsteher, Alsergrund Wien
Die Futterspende der Bezirksvorstehung Alsergrund kommt natürlich allen Welpen zugute, die im TierQuarTier betreut werden, aber "Mila" durfte als Erste die mitgebrachten Leckerlis kosten. "Es ist beeindruckend, wie aufgeweckt und zugänglich Mila ist, nachdem, was ihr widerfahren ist", zeigt sich Sapetschnig berührt.
Die junge Hündin wurde im Februar schwer verletzt und mit Verdacht auf Misshandlung im Wiener Votivpark gefunden. Schon bei den ersten Untersuchungen hat sich das ganze Ausmaß ihres Leids gezeigt. Mila hat nicht nur eine alte, nie behandelte Fraktur, sondern auch ein dauerhaft verändertes Vorderbein. Elle und Speiche sind falsch zusammengewachsen, das Bein ist verkürzt, einzelne Zehen fehlen. Besonders schwer wiegt die Fehlstellung im Ellbogengelenk: Das Gelenk passt nicht richtig zusammen, eine Stufe im Gelenk sorgt dafür, dass jede Bewegung für "Mila" zur Qual wird.
Bei einer aufwendigen Operation wurde der Knochen korrigiert und um 2 Zentimeter verlängert, damit das Gelenk besser passt und Mila zumindest die Chance auf ein beweglicheres und schmerzärmeres Leben bekommt.
"Mila" wurde am vergangenen Freitag erneut operiert und erholt sich jetzt von dem Eingriff. Der Heilungsprozess ist intensiv: tägliche Verbandswechsel, absolute Ruhe und engmaschige medizinische Kontrollen sind notwendig. In zwei Wochen können die Nähte entfernt werden, in etwa vier Wochen zeigt ein Kontrollröntgen, ob ihr Körper die Operation gut annimmt.
„Mila hat die Operation gut überstanden. Jetzt beginnt die entscheidende Phase der Nachsorge. Ihr Weg ist noch lange nicht vorbei, aber sie zeigt jeden Tag, wie viel Lebenswillen in ihr steckt.“Thomas BendaBetriebsleiter, Tierquartier Wien
Trotz allem, was sie erlebt hat, sucht das Hundemädchen aktiv die Nähe zu Menschen, ist zutraulich und begegnet ihrer Umgebung mit bemerkenswerter Offenheit. "Ich freue mich sehr über die positiven Fortschritte, die Mila in den vergangenen Wochen gemacht hat, und bedanke mich beim Team des TierQuarTiers für den intensiven Einsatz", ergänzt Sapetschnig.
Der Fall "Mila" hat eine große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Viele Privatpersonen haben das TierQuarTier in den letzten Wochen mit Geld- und Sachspenden unterstützt und damit einen wichtigen Beitrag zu Milas Versorgung geleistet. "Diese große Anteilnahme und Unterstützung bedeutet uns und vor allem unseren Tieren unglaublich viel. Sie zeigt, wie sehr den Menschen Tierwohl am Herzen liegt", sagt Thomas Benda, Betriebsleiter des TierQuarTiers Wien. Ein besonderer Dank geht auch an die Bezirksvorstehung Alsergrund für die großzügige Futterspende und den persönlichen Besuch bei Mila.
Die Behandlung von Mila ist aufwendig und noch lange nicht abgeschlossen. Operationen, Nachsorge, Medikamente und regelmäßige Kontrollen verursachen hohe Kosten. Wenn du Mila und andere Tiere im TierQuarTier Wien unterstützen willst, kannst du das mit einer Spende tun. Jeder Beitrag hilft, Tieren wie Mila die Chance auf ein Leben mit weniger Schmerz und mehr Lebensqualität zu geben.
Der Fall Mila zeigt wieder einmal, wie wichtig verantwortungsvolle Tierhaltung ist. Dazu gehört auch, Hunde und Katzen nicht nur zu chippen, sondern auch korrekt zu registrieren. "Nur wenn ein Tier gechippt und auch in einer Datenbank registriert ist, können wir im Ernstfall schnell die Halter ausfindig machen und Tiere rasch wieder nach Hause bringen", betont Thomas Benda, Betriebsleiter des TierQuarTiers Wien. Die Registrierung ist einfach möglich und kann im Ernstfall entscheidend sein.