Seit einiger Zeit stolpert man immer mal wieder über den Begriff "3-3-3 Regel" im Hunde-Kontext, weshalb wir diese Formel einmal erklären möchten. Hauptsächlich werden hier Adoptiv-Hunde angesprochen. Hunde mit Rucksack und Vergangenheit, die vielleicht nicht optimal sozialisiert und auf das Zusammenleben mit dem Menschen vorbereitet wurden.
Wir wollen natürlich nicht generalisieren, aber in der Regel brauchen Hunde aus einem osteuropäischen Shelter meistens eine gesunde Zeit zum "Ankommen". Nicht vergessen - für solche Hunde ist ALLES neu und die Reizüberflutung überwältigend. Hier sollte man dem neuen Familienmitglied mit viel Geduld begegnen, weshalb die 3-3-3 Regeln einen groben Zeitraum markieren, wie man am besten mit dem Vierbeiner umgehen kann.
Wenn man den Hund am vereinbarten Treffpunkt der Tierschutzorganisation abholt und nach Hause fährt, bekommt man meist die ersten wirklich wichtigen Regeln mit: Sicherheitsbrustgeschirr und Doppelsicherung! Keine Ausflüge! Kein Besuch! Maximal in den Garten gehen!
Dein neuer Hund wird es dir danken, wenn du ihn einfach einmal selbstständig die Wohnung erkunden lässt und wenn er die ersten Stunden nur verängstigt in seiner neuen Box sitzen möchte, dann darf er das auch. Zwing ihm nichts auf, sprich ruhig mit ihm und beobachte einfach mit respektvoller Distanz, wie ängstlich oder auch mutig er mit der neuen Situation umgeht.
Ein Hund, der noch keine negativen Erfahrungen gesammelt hat, Menschen kennt und ihnen prinzipiell wohlgesinnt ist, wird schneller auftauen als ein "Angsthund", für den wir nur große, gruselige Säugetiere sind wie etwa Bären. In der Regel dauert aber die erste "Schnupperphase" etwa drei Tage, bis der Hund erkannt hat, dass er sich die neue Umgebung ungestört anschauen darf.
Nach den ersten gruseligen 72 Stunden darf man Routinen und erste "Regeln" festlegen, denn diese Regeln sind kein militantes Trainieren, sondern geben deinem Hund Sicherheit. Er ist wie auch du ein "Gewohnheitstier" und braucht gerade jetzt deine liebevolle Führung und Stabilität. Füttere also zum selben Zeitpunkt und immer dasselbe Futter, das er gut verträgt – deine Teppiche werden es dir danken, denn auch erwachsene Hunde aus einem Shelter sind meistens nicht stubenrein (Woher auch? Sie hatten ja noch nie eine "Stube").
Kleine Übungen wie "Anziehen des Brustgeschirres" und auch das erste Bad dürfen jetzt schon stattfinden und mit jedem positiven Erlebnis wird dein Liebling selbstbewusster. Hier ist allerdings wichtig, dass du seine Grenzen noch sehr streng respektierst, denn die Bindung ist noch lange nicht gefestigt und das Vertrauen muss erst entstehen. Zieht er sich also in seinen Bereich zurück, lass ihn! Genauso darfst aber du dich ebenso schon in "Ignoranz" üben und nicht sofort springen, wenn Prinz oder Prinzessin plötzlich spielen, toben, fressen, wollen.
In den ersten drei Monaten stellst du deine Weichen zum - für dich - "perfekten" Partner. Die meisten Probleme sind nämlich meistens hausgemacht und auf die erste Zeit zurückzuführen. Für den Hund sind unsere menschlichen "Grauzonen" im Verhalten nämlich völlig absurd - wieso durfte er gestern aufs Bett und heute, wenn es regnet, nicht? Eine kleine Checkliste mit Dingen, die dir besonders im Zusammenleben mit einem Hund wichtig sind, kann hier helfen, das Training konsequent und ohne Überforderung für deinen Vierbeiner zu gestalten.
Nein! Nach drei Monaten hast du natürlich keinen "perfekten" Hund, denn du bist es ja - vermutlich - auch nie. Dies ist lediglich ein kleiner "Adoptions-Richtwert", der einem auch die wundervoll-anstrengende Arbeit vor Augen führt und Impulskäufe vielleicht verhindern kann. Wer mehr über den "Hund aus dem Ausland" erfahren möchte, kann sich HIER informieren.