Von Jahr zu Jahr wird die Bilanz der Tierheime besorgniserregender, denn wesentlich weniger Fundtiere werden gesucht und wieder abgeholt als noch vor einiger Zeit. Im Wesentlichen heißt dies, dass die Haustiere aus den unterschiedlichsten Gründen ausgesetzt wurden. Das Tierquartier hat die Zahlen aus Wien:
Bilanz 2025:
Im vergangenen Jahr hat die Stadt Wien insgesamt 2.388 Fundtiere aufgenommen und versorgt, doch nur die wenigsten wurden wieder abgeholt.
- Von rund 300 gefundenen Hunden wurde nur etwa die Hälfte wieder abgeholt;
- Von über 1.100 Katzen wurden sogar nur rund ein Viertel vermisst;
Ein zusätzlicher Knackpunkt ist auch, dass viele Tiere zwar gechippt, aber nicht korrekt registriert sind, was die Rückführung oft fast unmöglich macht.
In Wien gibt es keine Streunerhunde, jedes Fundtier hatte einmal ein Zuhause. "Bei vielen Katzen können wir aufgrund des Verhaltens und des Pflegezustandes ebenfalls sagen, dass sie Menschen gehört haben", erklärt Ruth Jily, die Leiterin des Veterinäramtes.
„Wir müssen daher leider davon ausgehen, dass manche Tiere nicht gesucht werden oder im schlimmsten Fall sogar ausgesetzt wurden“
Das Fundtierservice steht rund um die Uhr zur Verfügung – trotzdem wird es oft gar nicht kontaktiert.
Hohe Strafen schrecken immer noch nicht ab:
Das Aussetzen von Tieren ist kein Kavaliersdelikt. Wer sein Tier einfach aussetzt, riskiert Strafen bis zu 7.500 Euro. Zusätzlich verursacht die Versorgung der Fundtiere hohe Kosten für die Stadt.
Nur wer sein Tier auch mit der Chipnummer auf seinen Namen registriert, kann schnell und sicher ausfindig gemacht werden. Wer also darauf verzichtet, sollte sich vielleicht fragen, warum. Wer sich hier selbst schwertut, kann auch immer beim Tierarzt um Hilfe bei der Online-Bürokratie bitten.
"Das Chippen und Registrieren von Hunden und Katzen ist die beste Versicherung, dass entlaufene Tiere schnellstmöglich wieder nach Hause gebracht werden können, wenn sie gefunden werden", sagt Thomas Benda, Betriebsleiter des Tierquartiers. Zwar sind mittlerweile rund 80 Prozent aller Hunde, die ins Tierquartier kommen, gechippt, doch im Jahr 2025 war nur knapp etwas mehr als ein Drittel der Hunde auch korrekt registriert. Ohne aktuelle Daten verliert der Chip seinen Nutzen.
In allen Tierheimen Österreichs werden gefundene Tiere gechippt und registriert, wenn diese Findelkinder einfach "keinem" zu gehören scheinen. Wer aber ein Haustier adoptiert, trägt die Verantwortung dafür, dass die Daten in der Heimtierdatenbank auch immer auf dem letzten Stand sind - zumindest die Kontaktdaten wie die Telefonnummer sollten immer aktuell sein.
„Hinter jeder Fundmeldung steht ein Tier, das auf die Rückkehr in sein Zuhause wartet.“Jürgen CzernohorszkyTierschutzstadtrat, Wien
Die Registrierung ist nicht nur wichtig, sondern bei Hunden und Zuchtkatzen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Im vergangenen Jahr wurden rund 270 Fälle fehlender Mikrochips oder Registrierungen vom Veterinäramt angezeigt.
Das Fundservice!
Die Stadt Wien bietet mit dem Fundservice für Haustiere eine zentrale Anlaufstelle, wenn ein Haustier entlaufen oder verloren gegangen ist. Unter der Telefonnummer 01 4000 8060 kannst du rund um die Uhr ein Tier melden und alle in Wien gefundenen Tiere werden 30 Tage lang mit Foto und Fundort HIER veröffentlicht.
Findet sich in dieser Zeit kein Besitzer, sucht das TierQuarTier ein neues, passendes Zuhause.
Auch Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky richtet einen Appell an alle Wiener: "Wer ein Haustier hält, übernimmt Verantwortung – ein Leben lang. Alle Tierhalter sind dringend aufgerufen, ihre Tiere nicht nur zu chippen, sondern auch korrekt zu registrieren und im Falle eines Entlaufens aktiv nach ihnen zu suchen".