Dramatische Szenen an Bord eines American-Airlines-Fluges: Eine Maschine auf dem Weg von Dallas nach Newark musste am Donnerstagabend nach Baltimore umgeleitet werden. Grund war ein Passagier aus Arizona, der laut Behörden wegen mutmaßlich störenden Verhaltens festgenommen wurde, wie ABC News berichtet.
Arthur L. (67) wurde demnach in seinem Sitz mit Klebeband fixiert. Seine Hände sollen zusätzlich mit Kabelbindern gesichert worden sein. Nach der Landung am Baltimore Washington International Airport wurde er von der Maryland Transportation Authority Police in Gewahrsam genommen.
Der Vorfall ereignete sich auf Flug AA 618. Passagier Juan Mejia, ein ehemaliger Polizist, schilderte, er habe etwa drei Viertel der Strecke hinter sich gehabt, als es im Flugzeug unruhig wurde. Der Mann zwei Reihen hinter ihm sei "streitlustig" geworden und habe abwertende Bemerkungen gegenüber Crew und Passagieren gemacht, darunter rassistische Beleidigungen und vulgäre Sprache.
Mejia und sein Begleiter Richard Olenick beobachteten die Situation eigenen Angaben zufolge zunächst. Als der Passagier körperlich geworden sein soll, griffen sie ein. Olenick sagte übersetzt: "Juan wusste sofort, dass gehandelt werden musste." Ziel sei es gewesen, die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Die Behörden nannten zunächst keine weiteren Details dazu, was genau während des Fluges passiert sein soll. Die Maschine wurde laut Federal Aviation Administration gegen 22.15 Uhr nach Baltimore umgeleitet. Die FAA prüft den Vorfall ebenfalls.
Nach der Landung blieb der fixierte Passagier laut den Mitreisenden bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte unter Kontrolle. Mejia betonte übersetzt: "Wir wollten diese Person nicht verletzen." Es sei darum gegangen, den Mann festzuhalten, damit die Situation nicht weiter eskaliere.
American Airlines erklärte, der Mann sei aus dem Flugzeug gebracht worden, danach sei der Flug nach Newark fortgesetzt worden. Gegen L. wurden Vorwürfe wegen ordnungswidrigen Verhaltens und Körperverletzung zweiten Grades erhoben. Der in der Luft gemeldete Teil des Vorfalls wird vom FBI untersucht.
Nach Angaben der Polizei wurde L. von Sanitätern wegen einer offenen Wunde am Arm untersucht, die den Beamten bei der Festnahme aufgefallen war. Die Airline erklärte, Sicherheit habe oberste Priorität, Gewalt werde nicht toleriert.